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Mit Talenten Zukunft gestalten

Dreitägige Veranstaltung zur Berufsorientierung und Lebensplanung in der TON-Fabrik der Firmenicher Kultur- und Freizeitfabrik Zikkurat – Knapp 600 Schüler entdeckten eigene Stärken bei „komm auf Tour“ – Zukunftsperspektiven statt drohender Arbeitslosigkeit

Mechernich-Firmenich – „Karriere kann man überall machen, aber der Einstieg muss gelingen.“ Johannes Klapper, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl, plädiert dafür, Jugendliche möglichst früh an die Auseinandersetzung mit ihren Stärken und Talenten heranzuführen. Mit „komm auf Tour“, einer Veranstaltung zur Berufsorientierung und Lebensplanung in der TON-Fabrik der Kultur- und Freizeitfabrik Zikkurat, konnten jetzt knapp 600 Schülerinnen und Schüler der siebten und achten Klassen aus den Haupt-, Gesamt- und Förderschulen im Kreis Euskirchen drei Tage lang auf spielerische Weise ihre eigenen Fähigkeiten und Interessen entdecken. So kann der Grundstein gelegt werden für das, was sich in einer späteren Phase zu einem konkreten Berufswunsch verdichten könnte.

Auf der Theaterbühne werden die Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Lebenswirklichkeiten konfrontiert. Dabei dürfen auch ungewohnte Rollen ausprobiert und Perspektivenwechsel gewagt werden. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress
Auf der Theaterbühne werden die Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Lebenswirklichkeiten konfrontiert. Dabei dürfen auch ungewohnte Rollen ausprobiert und Perspektivenwechsel gewagt werden. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Johannes Klapper hofft, mit dieser Aktion die Zahl seiner „Stammkunden“ verringern zu können, denn wer die falsche oder gar keine Berufswahl trifft, hat ein höheres Risiko, später in die Langzeitarbeitslosigkeit abzurutschen. Derzeit brechen jedes Jahr rund 140.000 junge Menschen deutschlandweit ihre Ausbildung ab – und die Hälfte von ihnen beginnt danach nie wieder eine neue Ausbildung. Um das zu verhindern, haben sich zahlreiche regionale Akteure zu einem Kooperationsnetzwerk zusammengeschlossen, um den Nachwuchs auf seinem Weg zu Berufswahl und Lebensplanung zu unterstützen.

Alle müssen mit anpacken, wenn die „sturmfreie Bude“ nach der großen Party wieder aufgeräumt werden muss. Die Jugendlichen wählen ihre Aufgaben spontan, etwa die Reparatur der Stereoanlage. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress
Alle müssen mit anpacken, wenn die „sturmfreie Bude“ nach der großen Party wieder aufgeräumt werden muss. Die Jugendlichen wählen ihre Aufgaben spontan, etwa die Reparatur der Stereoanlage. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Der „Erlebnisparcours“ bei der Veranstaltung setzte sich aus verschiedenen Stationen zusammen, an denen die Schüler Stärkepunkte in Form von bunten Aufklebern sammeln können. Je nachdem, welche Aufgaben die Jugendlichen für sich auswählten, oder auf welche Weise sie ein Problem lösten, erhielten sie einen Punkt für die jeweilige Stärke. Insgesamt wurden für „komm auf Tour“ sieben Stärken zusammengestellt, die im Zusammenhang sowohl mit Alltagstätigkeiten als auch mit Berufsfeldern stehen. Am Ende konnten die Schüler die gesammelten Stärken mit ihren eigenen Vorstellungen abgleichen. Bin ich eher ordnungsliebend oder mag ich es, kreativ zu gestalten? Kann ich wirklich gut mit Geld und Zahlen umgehen oder setze ich lieber meine Kraft für handwerkliche Tätigkeiten ein? Arbeite ich gern mit Pflanzen und Tieren oder ist es mein Wunsch, Menschen zu helfen und sie zu unterstützen?

Entscheidungen treffen, Aufgaben bewältigen und bloß nicht die Orientierung verlieren hieß es im „silbernen Labyrinth“. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress
Entscheidungen treffen, Aufgaben bewältigen und bloß nicht die Orientierung verlieren hieß es im „silbernen Labyrinth“. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Lebens- und Arbeitswelten in der Gegenwart und Zukunft boten im „Zeittunnel“ genügend Anlass zur Diskussion. Die meisten der Jugendlichen hatten schon konkrete Ideen, was sie etwa bis zu ihrem 20. Lebensjahr erreicht haben wollen – den Führerschein, eine eigene Wohnung oder ein fester Partner stehen unter anderem auf ihrer Wunschliste. In der „sturmfreien Bude“ war dagegen schnelles Handeln gefragt, um nach der großen Party alles wieder in Ordnung zu bringen. Da musste der Tisch gedeckt, die Stereoanlage angeschlossen oder das Abflussrohr repariert werden. Ein „Zwischenfall“ im Schlafzimmer führte schließlich zur Diskussion über Sexualität und Verhütung mit Unterstützung der „Loveline TV-Beratung“. Im „silbernen Labyrinth“ ging es darum, Entscheidungen zu treffen, Aufgaben zu lösen und die Orientierung zu behalten, während die Jugendlichen beim Theaterstück auf der Bühne auch mal in ungewohnte Rollen schlüpfen durften.

Nach der großen Party sieht es wüst aus in der „sturmfreien Bude“. Wenn es ans Aufräumen geht müssen alle mit anpacken. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress
Nach der großen Party sieht es wüst aus in der „sturmfreien Bude“. Wenn es ans Aufräumen geht müssen alle mit anpacken. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Am Ende des Erlebnisparcours konnten die Teilnehmer sich an den „Stärkeschränken“ über passende Berufsfelder informieren. Wer beispielsweise viele Punkte im Bereich „Fantasie“ gesammelt hat, findet in dem zugehörigen Schrank eine Auswahl an kreativen Tätigkeiten, von Kunst über Kosmetik bis zur Schneiderarbeit. Ein Infozettel listet darüber hinaus konkrete Ausbildungsberufe geordnet nach Schulabschluss auf.

Zahlreiche regionale Akteure haben sich als Kooperationspartner zusammengeschlossen, um für „komm auf Tour“ ein funktionierendes Netzwerk zu bilden, das die Jugendlichen in Berufsorientierung und Lebensplanung unterstützt. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress
Zahlreiche regionale Akteure haben sich als Kooperationspartner zusammengeschlossen, um für „komm auf Tour“ ein funktionierendes Netzwerk zu bilden, das die Jugendlichen in Berufsorientierung und Lebensplanung unterstützt. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

In einem „Logbuch“ konnten die Schüler ihre ganz persönlichen Ergebnisse bei „komm auf Tour“ dokumentieren und aufbewahren. Die Veranstaltung, die bereits zum sechsten Mal in der Ton-Fabrik der Zikkurat stattfand, ist das früheste Element für die Berufsorientierung im Kreis Euskirchen. Wer die eigenen Talente dann schon kennt, kann in folgenden Aktionen wie einer Potentialanalyse, der Berufsorientierung oder bei der Wahl eines Praktikums viel gezielter auf die Suche gehen. Tatsächlich ist das gar nicht so einfach, haben die Jugendlichen doch heute die Auswahl zwischen 350 dualen Ausbildungswegen sowie zahlreichen schulischen Ausbildungen und Studienmöglichkeiten. „Komm auf Tour“ kann dabei eine erste Richtung vorgeben und Unterstützung leisten bei der Entwicklung der persönlichen Zukunftsperspektiven.

pp/Agentur ProfiPress