Mit Blaulicht auf den Schulhof

Mechernicher Schulsanitäter wussten nichts von der Großübung – Dickes Lob der Rotkreuz-Profis für die Nachwuchs-Sanitäter vom städtischen Gymnasium Am Turmhof

Auch das Heben einer Trage mit einer angeblich schwerverletzten Schülerin will gekonnt sein. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich – Vier Einsatzfahrzeuge mit blinkendem Blaulicht und ein Großaufgebot an Rettungssanitätern am städtischen Gymnasium Am Turmhof in Mechernich ließen Schlimmes vermuten. Was war geschehen? Die Schüler kickten in der Pause auf dem Schulhof. Als der Ball versehentlich auf einem Vordach des Schulgebäudes landet, versuchen zwei Schüler, ihn in einer waghalsigen Kletterpartie herunterzuholen. Das geht gründlich schief, der Schulsanitätsdienst wird alarmiert. Die ausgebildeten Schüler erkennen den Ernst der Lage auf den ersten Blick, alarmieren den Rettungsdienst und leisten Erste Hilfe. Dass es sich „nur“ um eine Übung handelt, wissen sie zu dem Zeitpunkt nicht und kümmern sich fieberhaft um vier Schwerverletzte – unter ihnen ein bewusstloser Lehrer – und zwei Mitschüler im Schockzustand.

„Die Übung sollte so realitätsnah wie möglich ablaufen“, erklärten Rolf Klöcker, der neben seiner Funktion als Geschäftsführer Soziale Dienste beim Roten Kreuz im Kreis Euskirchen auch den Mechernicher Ortsverein leitet und der Mechernicher Bereitschaftsleiter Sascha Suijkerland. Deshalb war nur ein kleiner Kreis eingeweiht: Neben Josef van de Gey, Leiter des Gymnasiums Am Turmhof und seinem Kollegen Willy Krause von der benachbarten Realschule waren lediglich die den Schulsanitätsdienst betreuenden Lehrer sowie die Statisten informiert, dass es sich nicht um einen „echten“ Notfall handelte.

Besonders arg hatte es den „mitspielenden“ Lehrer erwischt: Er musste intubiert und mit Schädel-Hirn-Trauma ins Aachener Klinikum transportiert werden. „Im Ernstfall wäre jetzt auch noch der Rettungshubschrauber gelandet“, so Klöcker.    

„Super!“, antwortete der Leitende Rotkreuz-Notarzt Frank Gummelt, als sich Klöcker nach dem „Abtransport“ der Verletzten in die umliegenden Krankenhäuser nach dem Verlauf der Übung erkundigt. „Die haben richtig gut funktioniert“, lobt der Allgemeinmediziner aus Mechernich die jungen Nachwuchs-Sanitäter der beiden Schulen.

Diese sollten sich vor allem bei zwei Aufgaben bewähren: zum einen bei der Zusammenarbeit der Schulsanitäts-Teams beider Schulen sowie bei der Übergabe an den eintreffenden Rettungsdienst. Beides habe hervorragend geklappt, konstatierten unisono die Rotkreuz-Verantwortlichen vor Ort, unter denen auch Kreisgeschäftsführer Rolf Zimmermann und Simon Jägersküpper, Bereichsleiter Jugend, Familie, Aus- und Fortbildung waren.

Zum Abschluss der Übung trafen sich die Schulsanitäter mit den Rettungs-Profis der beteiligten Rotkreuz-Bereitschaften aus Mechernich und Bad Münstereifel sowie des Kreises Euskirchen im Foyer des Gymnasiums zu einer Abschlussbesprechung, bei der auch die Videoaufnahmen der Übung ausgewertet wurden.

pp/Agentur ProfiPress