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Mehr Vögel durch heimische Pflanzen

Bewusstsein der Bevölkerung für naturnahe Pflanzvorschriften soll geschärft werden – Anzahl der Vogelarten in Gebieten mit heimischen Pflanzenarten höher – „Stunde der Gartenvögel“ von Freitag bis Sonntag, 8. bis 10. Mai

Mechernich – Es grünt so grün in Mechernichs Wohngebiet „Vierwege“ – doch was in den Gärten wächst und gedeiht, entspricht in vielen Fällen nicht den Vorschriften des ursprünglichen Bebauungsplans. Einheimische und standortgerechte Pflanzenarten waren dort vorgesehen, um den Eingriff in Natur und Landschaft wieder auszugleichen. Doch die Festsetzungen liefen ins Leere, kaum jemand hielt sich an die Auflagen.

Zu Beginn der Bauarbeiten, wie hier im Sommer 2009, lagen viele neue Häuser optisch mitten im Grünen. Mit der dichteren Besiedelung des Wohngebietes sollten die „ökologischen Ausgleichsmaßnahmen“ auch in den privaten Gärten vorgenommen werden. Dazu fehlte aber leider das entsprechende Bewusstsein in der Bevölkerung, schreibt der NABU in einer Presseerklärung. Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress
Zu Beginn der Bauarbeiten, wie hier im Sommer 2009, lagen viele neue Häuser optisch mitten im Grünen. Mit der dichteren Besiedelung des Wohngebietes sollten die „ökologischen Ausgleichsmaßnahmen“ auch in den privaten Gärten vorgenommen werden. Dazu fehlte aber leider das entsprechende Bewusstsein in der Bevölkerung, schreibt der NABU in einer Presseerklärung. Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress

„Der Versuch, ökologische Ausgleichsmaßnahmen auf privaten Flächen im Bebauungsplan festzulegen, muss leider als gescheitert betrachtet werden“, bedauert Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick. Der Rat der Stadt Mechernich hat sich jüngst mit der Aufhebung der entsprechenden „grünordnerischen Festsetzungen“ im Bebauungsplan befasst, auch um in dem Wohngebiet für Rechtsfrieden zu sorgen.

Im Wohngebiet Vierwege leben Familien mit ihren Kindern gerne im Grünen, doch im eigenen Garten hielten sich die wenigsten an die Auflagen des Bebauungsplans. „Jetzt und in Zukunft werden wir die Ersatzpflanzungen wieder an anderem Ort auf externen Ausgleichsflächen umsetzen“, so Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick (2.v.r.), hier mit Georg Schmiedel (r.), und Jörg Frühauf (3.v.r.) bei der Einweihung eines Spielplatzes im Wohngebiet Vierwege 2008. Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress
Im Wohngebiet Vierwege leben Familien mit ihren Kindern gerne im Grünen, doch im eigenen Garten hielten sich die wenigsten an die Auflagen des Bebauungsplans. „Jetzt und in Zukunft werden wir die Ersatzpflanzungen wieder an anderem Ort auf externen Ausgleichsflächen umsetzen“, so Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick (2.v.r.), hier mit Georg Schmiedel (r.), und Jörg Frühauf (3.v.r.) bei der Einweihung eines Spielplatzes im Wohngebiet Vierwege 2008. Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress

Bei der öffentlichen Beteiligung zur Aufhebung der Vorschriften meldete sich auch der Naturschutzbund (NABU) Euskirchen zu Wort. Ziel war es, einen Ersatz für die ausgebliebenen „ökologischen Ausgleichsmaßnahmen“ zu finden, die in Folge einer Umweltverträglichkeitsprüfung aufgestellt worden waren.

Bürgermeister Schick sagte der Presse: „Da die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen für Neubauten auf Privatgrund nicht funktionieren, werden wir sie in Zukunft wieder – wie wir das auch seit Jahrzehnten praktizieren – auf gesonderten Ausgleichsflächen realisieren.“

Wie sich heimische Pflanzenarten auf die Anzahl der Vögel auswirken, können Naturfreunde in der „Stunde der Gartenvögel“ von Freitag bis Sonntag, 8. bis 10. Mai, beobachten. Foto: Engelbert Michel/pixelio.de/pp/Agentur ProfiPress
Wie sich heimische Pflanzenarten auf die Anzahl der Vögel auswirken, können Naturfreunde in der „Stunde der Gartenvögel“ von Freitag bis Sonntag, 8. bis 10. Mai, beobachten. Foto: Engelbert Michel/pixelio.de/pp/Agentur ProfiPress

„Der Fall zeigt, dass mit grünordnerischen Festsetzungen in einem Bebauungsplan allein noch nichts für die Natur gewonnen ist“, schreibt Ralf Wilke, der Pressesprecher des NABU-Kreisverbandes Euskirchen: Dazu müsste sich schon parallel das Bewusstsein in der Bevölkerung für naturnahe Pflanzvorschriften schärfen. Einheimische Pflanzen seien von Nutzen sowohl für die Natur als auch für die Bevölkerung.

„In strukturreichen und mit heimischen Pflanzenarten ausgestatteten Gärten dürfte die Anzahl der Vogelarten höher sein als in strukturarmen Ziergärten“, so der NABU-Sprecher. Kleine und große Naturfreunde können das Zusammenspiel zwischen Gartenbewuchs und Vogelarten selbst beobachten – zum Beispiel in der bundesweiten „Stunde der Gartenvögel“ von Freitag, 8. Mai, bis Sonntag, 10. Mai. Sie wird vom NABU bereits zum elften Mal in Folge durchgeführt.

Das Baugebiet Vierwege aus der Luft, aufgenommen im Juni 2014. Die Einfamilienhäuser liegen in einem landschaftlich sehr attraktiven Gebiet mit viel Wald und „Natur“ drum herum. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Das Baugebiet Vierwege aus der Luft, aufgenommen im Juni 2014. Die Einfamilienhäuser liegen in einem landschaftlich sehr attraktiven Gebiet mit viel Wald und „Natur“ drum herum. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Jeder, der mitzählen will, kann auch mitmachen

So wird es gemacht: Von einem ruhigen Plätzchen aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die man im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachten kann. So vermeidet man Doppelzählungen. Die Beobachtungen können per Post, Telefon (kostenlose Rufnummer am Wochenende, 9. und 10. Mai, jeweils von 10 bis 18 Uhr: 08 00-1 15 71 15) oder Internet unter www.stunde-der-gartenvoegel.de gemeldet werden. Unmittelbar nach der Eingabe werden die Daten auf interaktiven Karten online dargestellt. Auch die Ergebnisse der Vorjahre sind so abrufbar. Teilnahmeschluss ist Dienstag, 19. Mai.

Außer dem Interesse an der Vogelwelt sind für die Teilnahme an der „Stunde der Gartenvögel“ keine großen Vorkenntnisse nötig. Wer nicht sicher ist, ob er alle Vögel erkennt, kann einen Spickzettel zu Rate ziehen. Die bebilderte Zählhilfe gibt es unter www.stunde-der-gartenvoegel.de.

pp/Agentur ProfiPress