Ley gratuliert zum 102. Geburtstag

Ley gratuliert zum 102. Geburtstag
Neben dem Kommerner Ortsvorsteher Johannes Ley ließen auch NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und der Euskirchener Landrat Günter Rosenke Grete Bernitt ihre Glück- und Segenswünsche überbringen
Mechernich-Kommern – Dass es sie eines Tages von Groß-Wüstenfelde (Landkreis Güstrow, Mecklenburg-Vorpommern), über Rostock und Hamburg nach Kommern verschlagen würde, hätte sich Gerte Bernitt (101) wahrscheinlich nicht träumen lassen. Am Samstag feierte die bettlägerige und nur zeitweise ansprechbare greise Dame ihren 102. Geburtstag und vollendet damit ihr 101. Lebensjahr. Gratulant war neben den Hausangestellten und Schwestern des Kommerner Seniorenhauses “Sonnenhof” der Kommerner Ortsvorsteher und langjährige Stadtpolitiker Johannes Ley.
Ley überbrachte dabei nicht nur die eigenen Glück- und Segenswünsche sowie Wein und Blumen, sondern auch Glückwunschschreiben von Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers und dem Kreis Euskirchener Landrat Günter Rosenke. Bei der Gratulation begleitet wurde der Kommerner Ortsvorsteher von Andrea Sebastian und Hannelore Schwaer vom “Haus Sonnenhof”.
Grete Bernitt wurde 1908 geboren, als Deutschland noch Kaiserreich und der Erste Weltkrieg sechs Jahre entfernt war. Sie lebte lange in Rostock und Hamburg. Nach dem frühen Tod der Eltern musste sich Grete Barkholz, wie sie mit Mädchennamen hieß, als Älteste um die beiden jüngeren Brüder kümmern, so berichtete Barbara Köpnik-Lingl, die Betreuerin der bis vor wenigen Jahren noch sehr rührigen und resoluten alten Dame, der Agentur ProfiPress.
“Sie hat gearbeitet und gearbeitet, um Essen für die Brüderchen zu kaufen – sie selbst hat oft tagelang gar nichts zu sich genommen”, so die Betreuerin. Am 15. Dezember 1936 – “sie hat das als eine Art Wiedergutmachung für jahrelange Widrigkeiten und Mangelernährung angesehen” – heiratete Grete Bernitt in Wandsbeck den wohlhabenden Fabrikanten Hans Friedrich Walter Bernitt. “Mir ging es so gut, wie noch nie, ich hatte alles im Überfluss”, erzählte sie später über die glücklichen Jahre.
Die Ehe blieb zwar kinderlos, hielt aber über 20 Jahre. Im Juni 1958 wurde sie in Hamburg geschieden. Dennoch behielt die jetzt 101jährige in Hamburg Kontakt zu ihrem früheren Mann – bis er am 23. Februar 1996 starb. Im November 2001 kehrte die alte Dame der Hansestadt den Rücken, um zu Verwandten nach Gemünd zu ziehen. Die Eifel kannte und schätzte sie von früheren Besuchen und Urlauben her. 2002 zog sie in den Kommerner “Sonnenhof” ein, nachdem sie es zuvor in zwei anderen Senioreneinrichtungen versucht hatte, wo es ihr nicht so gut gefiel wie in Kommern.
Barbara Köpnick-Lingl sagt über Grete Bernitt, sie sei nicht nur eine resolute, sondern auch sehr humorvolle Frau: Als sie noch geistig rege und aktiv war, habe sie als ausgesprochen lebenslustig gegolten. Auch heute sei Grete Bernitt zeitweise ansprechbar und kommunikativ, so Andrea Sebastian: “Aber sie redet nicht immer und nicht mit jedem”.
pp/Agentur ProfiPress

Manfred Lang

12.03.2009