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Kranichversammlung am Bleiberg

Freitag und Samstag landeten Zehntausende „Schneegänse“ auf ihrem Zug nach Frankreich und Spanien im Stadtgebiet Mechernich zwischen

Mechernich/Eifel – Tausende Kraniche landeten am späten Freitagnachmittag im Gebiet der Stadt Mechernich zwischen. Bei Nebel und hereinbrechender Dunkelheit hatten die in Gestalt einer „1“ fliegenden Formationen offenbar die Orientierung verloren. Gegen 17.45 Uhr flog vom Bleiberg sogar Kette auf Kette über den Glehner Wald wieder in Richtung Norden davon.

Es dauerte bis 22 Uhr, ehe die letzten Ketten gelandet und das lautstarke Trompeten im ganzen Stadtgebiet verhallt waren. Am Samstagmorgen waren zwischen Dottel und Hergarten zahlreiche Rast- und Lagerplätze der storchengroßen Schreitvögel auszumachen, an denen jeweils 50 bis mehrere hundert Tiere standen.

Ein Trupp „Schneegänse“ im Tal zwischen Bescheid und Denrath. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Ein Trupp „Schneegänse“ im Tal zwischen Bescheid und Denrath. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Kleinere Trupps verbanden sich mit anderen zu großen Formationen. Es dauerte aber noch bis in die Nachmittagsstunden hinein, ehe sich auch die letzten Nachzügler wieder auf den Weg in Richtung Süden gemacht hatten.

Gegenüber den im Stadtgebiet Mechernich erscheinenden Tageszeitungen äußerte ein Natur- und Vogelschützer seine Sorge, die Zugvögel könnten durch die Windräder auf der Wallenthaler Höhe und anderswo irritiert worden sein. Die Zwischenlandung im Raum Mechernich besage nichts Gutes, weil die in der Eifel oft als „Schneegänse“ titulierten Kraniche eigentlich im Raum Nettersheim/Dahlem übernachten „müssten“.

Auch vor Bescheid lagerten in der Nacht auf Samstag zahlreiche Zugvögel. Vor zwei Jahren war dort der Boden im Talkessel zwischen Bescheid, Wallenthal und Lückerath von Zehntausenden rastender Kraniche bedeckt. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Auch vor Bescheid lagerten in der Nacht auf Samstag zahlreiche Zugvögel. Vor zwei Jahren war dort der Boden im Talkessel zwischen Bescheid, Wallenthal und Lückerath von Zehntausenden rastender Kraniche bedeckt. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Schon öfter Rast am Bleiberg

Fakt ist, dass der Raum Mechernich/Kall in den vergangenen Jahren immer wieder von den Kranichen als Raststation auserkoren wurde. Vor zwei Jahren wurden vermutlich Zehntausende Vögel auf engem Raum zwischen Bescheid, Lückerath, Voißel und Wallenthal bei der nächtlichen Rast beobachtet.

Die Zahl der Kraniche (Grus grus) in Nord- und Mitteleuropa hat in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen. Die Art gilt zurzeit als nicht gefährdet.

Tausende Kraniche überflogen am Freitag und Samstag das Mechernicher Stadtgebiet. In der Nacht machten sie Zwischenstation auf den Äckern zwischen Bleiberg und Bleibuir. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Tausende Kraniche überflogen am Freitag und Samstag das Mechernicher Stadtgebiet. In der Nacht machten sie Zwischenstation auf den Äckern zwischen Bleiberg und Bleibuir. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Die Schönheit der Kraniche und ihre spektakulären Balztänze haben schon in früher Zeit die Menschen fasziniert. In der griechischen Mythologie war der Kranich Apollon, Demeter und Hermes zugeordnet. Er war ein Symbol der Wachsamkeit und Klugheit und galt als „Vogel des Glücks“. In China stand er für ein langes Leben, Weisheit, das Alter sowie die Beziehung zwischen Vater und Sohn. Auch in Japan ist der Kranich ein Symbol des Glücks und der Langlebigkeit.

In der Heraldik ist der Kranich das Symbol der Vorsicht und der schlaflosen Wachsamkeit. In der Dichtung wird der Kranich symbolisch für etwas „Erhabenes“ in der Natur verwendet. Die Kraniche, die auf ihren Zügen von Norden nach Süden und umgekehrt das Rhein-Maas-Gebiet überqueren, überwintern in Frankreich und Spanien.

pp/Agentur ProfiPress