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Ist das Bundeszentrum der Rotkreuz-Bergwacht in Vogelsang gefährdet?

Ist das Bundeszentrum der Rotkreuz-Bergwacht in Vogelsang gefährdet?
Verhandlungen kommen nicht von der Stelle – Bundesweite Tagung der Naturschutzbeauftragten in der Bergwacht des Roten Kreuzes im Nationalpark Eifel und im Hohen Venn
Hergarten/Vogelsang/Kreis Euskirchen – Naturschutz nimmt auch in der Arbeit der Bergwacht des Roten Kreuzes immer breiteren Raum ein. Vergangenes Wochenende fand die Bundestagung der Naturschutzbeauftragten dieser Rotkreuz-Organisation im Nationalpark-Gästehaus in Hergarten statt. Das war eine Reverenz an den in Sachen Naturschutz äußerst engagierten Rotkreuz-Kreisverband Euskirchen und auch an die Diplom-Biologin Dr. Barbara Roitzheim (44), die sich auf Kreis-, Landes- und Bundesebene als Naturschutzreferentin der Bergwacht einen Namen gemacht hat.
Die Vertreter der einzelnen Landesverbände bereiteten seit Freitagmittag und bis einschließlich Sonntag in Hergarten den Erlass neuer bundeseinheitlicher Ausbildungsrichtlinien in Sachen Naturschutz vor. Für Ende Februar 2008 wurde eine weitere Arbeitstagung zu diesem Thema im Euskirchener Rotkreuzzentrum anberaumt.
Wie Rotkreuz-Kreisgeschäftsführer Rolf Zimmermann, der auch Geschäftsführer der Bergwacht im Roten Kreuz ist, berichtete, besuchte die hochrangige Kommission am Wochenende auch das Nationalparkzentrum Burg Vogelsang. Und dort auch ein als “Transit” bezeichnetes Nebengebäude, auf das die Bundesbergwacht im Roten Kreuz ein Auge geworfen hat. Dort soll nämlich ein national genutztes Seminar- und Fortbildungshaus entstehen.
Dieses Seminar- und Fortbildungshaus soll vom Rotkreuz-Kreisverband Euskirchen getragen, aber für bundesweite Aus- und Fortbildung genutzt werden. Die Landesbergwacht Nordrhein hat bereits ihre Unterstützung zugesagt. Sie besteht aus den Bergwachten der Rotkreuz-Kreisverbände Euskirchen, Aachen und Düren sowie Oberberg. Drei dieser vier Kreise haben Anteile am Nationalpark Eifel. Rotkreuz-Kreisvorsitzender Erwin Doppelfeld sagte vor einem Jahr anlässlich der ersten Verhandlungen mit der Standortentwicklungsgesellschaft Vogelsang: “Das wird eine Sache von nationaler Bedeutung!”
“Seither ist aber nichts mehr passiert”, bedauerte jetzt Geschäftsführer Rolf Zimmermann anlässlich des Besuchs der Bergwacht-Kommission auf Burg Vogelsang. Zimmermann: “Die Leute in der Führungsspitze werden langsam unruhig. Es wäre ein herber Rückschlag, wenn sich die Bergwacht für einen anderen Standort in Deutschland entscheiden müsste, nur weil wir hier im Kreis Euskirchen in den Verhandlungen nicht von der Stelle kommen!”
Euskirchen sei immerhin die westlichste, wenn auch nicht die nördlichste Bergwacht im Roten Kreuz, so Zimmermann. Die nördlichste sei im Harz angesiedelt, aber es gebe eine natürliche Schwerpunktbildung der Bergwachten im süddeutschen Raum. Deshalb sei es schon ein großer Glücksgriff für den Kreis Euskirchen und die Region, wenn das Seminar- und Fortbildungshaus der bundesdeutschen Bergwacht im Nationalpark Eifel entstehe.
Außer den Nationalpark Eifel besuchten die Naturschutzbeauftragten der Bergwacht im Roten Kreuz auch das Hohe Venn, wo eine Exkursion auf dem Programm stand. Das Rote Kreuz im Kreis Euskirchen war bei der Tagung außer durch Dr. Barbara Roitzheim und Rolf Zimmermann auch durch den zuständigen Bergwacht-Sachbearbeiter Stephan Schmitz vertreten. Der Rotkreuz-Kreisverband Euskirchen hat gut 150 hauptamtliche und 800 ehrenamtlich engagierte Helfer sowie um die 8000 unterstützende Mitglieder.
pp/Agentur ProfiPress

Manfred Lang

15.11.2007