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Gewinner im Blumenbeet

Grünflächenbewirtschaftung: Neue Kooperation zwischen Gemeindeverwaltung, kommunalem Bauhof, Bürgern und Vereinen sowie Institutionen wie dem Urfter Hermann-Josef-Haus – Ein Geschäft, von dem alle profitieren sollen

Der Rathausbrunnen ist fertig bepflanzt: Zum Auftakt der neuen Kooperation in der Grünflächenpflege zwischen Gemeinde Kall, Vereinen, Bürgern und Institutionen wie dem Urfter Hermann-Josef-Haus gesellten sich (von links) dessen Leiter Wilhelm Schomaker, Bürgermeister Herbert Radermacher sowie (von rechts) Bauhofchef Theo Dreßen und Erster Beigeordneter Uwe Schmitz zu Hermann-Josef-Haus-Gärtner Thorsten Hülser, Maurice Schumacher und Dennis Minkus (innen, von rechts). Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Kall – Wenn alle von einer Situation profitieren, dann spricht man in  Wirtschaftsenglisch von einer „Win-win-Situation“. Eine solche Konstellation soll auch in der Gemeinde Kall entstehen, wo Vereine und das Urfter Hermann-Josef-Haus dieses Frühjahr Pflanz- und Grünpflegearbeiten vom kommunalen Bauhof übernommen haben.

Das soll die Kaller Gemeindekasse entlasten, weil es unter dem Strich weniger kostet, es soll aber auch die 17 Mitarbeiter Theo Dreßens im gemeindeeigenen Bauhof für andere, wie Erster Beigeordneter Uwe Schmitz konstatiert, „wichtigere Aufgaben freistellen“.

Dennis Minkus (l.) und Maurice Schumacher haben die Kunstlandschaft am Kaller Rathausbrunnen unter anderem mit Geranien bepflanzt. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPress

Die Maßnahme soll aber auch Geld in die Kassen der Vereine spülen, so Bürgermeister Herbert Radermacher, und die Zusammenarbeit zwischen Kommune und Bürgern, Vereinen und Institutionen wie dem Urfter Hermann-Josef-Haus intensivieren.

Bürgermeister Radermacher: „Wir erwarten außerdem einen angenehmen Begleiteffekt, nämlich, dass weniger Blumen ausgerissen und Beete durch Vandalismus zerstört werden, weil die Leute selbst auf ihrer Hände Arbeit aufpassen.“

In vielen der 23 zur Gemeinde Kall gehörenden Orte und Weiler haben sich bereits Vereine und Vereinsvertreter gefunden, die die Pflanz- und Pflegearbeiten gerne gegen Entgelt übernehmen wollen. In anderen noch nicht, aber Erster Beigeordneter Uwe Schmitz (Tel.: 0 24 41/ 888-12) und Helmut Murk (0 24 41/ 888-34) nehmen noch gerne Angebote entgegen.

Kalls kommunaler Bauhofleiter Theo Dreßen (l.) tauscht sich im Gespräch mit Thorsten Hülser, dem Gärtner des Urfter Hermann-Josef-Hauses, über die künftige Zusammenarbeit zwischen der Gemeindeverwaltung Kall und der Gärtnerei des Hermann-Josef-Hauses aus. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Für den Zentralort Kall eine Institution oder einen Verein zu finden, der die zehn zum Teil umfangreichen und jeweils aus mehreren Grünanlagen, Beeten und Blumenkübeln bestehenden Standorte bepflanzen und pflegen könnte, ist erfahrungsgemäß nicht einfach. Deshalb ist das Urfter Hermann-Josef-Haus, in dem junge Männer Werker-Ausbildungen zu Gärtnern absolvieren können, ein Glücksfall.

Bürgermeister Herbert Radermacher und Wilhelm Schomaker, der Leiter des Hermann-Josef-Hauses, trafen deshalb eine Übereinkunft, dass Thorsten Hülser, der Gärtner des Hermann-Josef-Hauses, und seine beiden künftigen Azubis Dennis Minkus (nach den Sommerferien) und Maurice Schumacher (Lehre ab 2015) die Pflanz- und Pflegearbeiten im Zentralort Kall übernehmen.

Pflanzerde und Blumen, in der Mehrzahl Fuchsien,. Geranien und Gazanien, beschafft Theo Dreßens Bauhof. Dort laden die Pflanzgärtner aus Urft morgens um 7.30 Uhr ihren Tagesbedarf, ehe sie zu den einzelnen Baustellen fahren. Am Montag, 19. Mai, zum Auftakt der diesjährigen Frühjahrs-Pflanzaktion nahmen sich Hülser, Minkus und Schumacher des Rathausbrunnens und der Balkone der Verwaltung an. Es folgten umfangreiche Grünanlagen an Bürgerhalle, Hauptschule und in der Aachener Straße.

Am zweiten Pflanz- und Pflegetag gesellten sich Bürgermeister Herbert Radermacher, Erster Beigeordneter Uwe Schmitz und Bauhofchef Theo Dreßen zum Gruppenbild an die Seite der Kolonne des Hermann-Josef-Hauses. Auch Wilhelm Schomaker war zum Rathaus gekommen. Er lobte das Experiment und unterstrich die pädagogische Bedeutung der Arbeit für seine Schützlinge.

Sie würden im Hermann-Josef-Haus von ihrer Hauptschulzeit an spielerisch an Arbeiten herangeführt, die sinnvoll sind, den Jungen das Gefühl geben, gebraucht zu werden, und die Sicherheit, etwas zu können. Ein Aspekt, der auch die Jugendlichen aus Urft mit zu Gewinnern der neuen Grünflächenpflege der Gemeinde Kall machen soll.

pp/Agentur ProfiPress