Gemeinsam auf den Vulkan

Die KirchenZeitung für das Bistum Aachen, Regionalausgabe Eifel, berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe (Nr. 30) über ein ausdrücklich christliches Zeltlager aus der Stadt Mechernich – Das seit fast 20 Jahren zwischen Niederrhein und Mosel jährlich vagabundierende „Camp St. Agnes“ schlug diesmal in der Vulkaneifel seine Zelte auf

Kaplan Hardy Hawinkels (l.), der Jugendseelsorger der Aachener Bistumsregion Eifel, feierte mit den Mechernicher Jugendlichen am ersten Feriensonntag in deren Ferienzeltlager „Camp St. Agnes 2012“ in Bettenfeld bei Manderscheid Jugendmesse im Zelt. Das diesjährige Lager bekam jede Menge Regen ab, „litt“ aber nicht darunter. Die Stimmung der 53 Kinder, Jugendlichen und Betreuer war ausgesprochen gut, auch wenn die „Pänz“ in diesen Camps mitarbeiten, beten, meditieren und arbeiten „müssen“. Foto: Anna Lang/KiZei AC/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich/Bettenfeld – Hoch hinaus wie weiland die Turmbauer zu Babel wollten die Teilnehmer des diesjährigen Mechernicher Pfarrzeltlagers Camp St. Agnes“ zwar auch. Immerhin stand mit dem 519 Meter hohen Mosenberg und seinem einmaligen Kratersee ein erloschener Eifelvulkan auf dem Besichtigungsprogramm.

Aber die Methoden, die die insgesamt 53 „Pänz“ und ihre Betreuer wählten, um in die Höhe zu kommen, unterschieden sich doch stark von denen der Babylonier. Denn die Eifeler bedienten sich beim gemeinsamen  Gipfelsturm statt Steinen ihrer eigenen Glieder, und statt spektakulärem Draufgängertum in gottgleichen Sphären wählten sie Teamwork und Sportsgeist, um dem Gipfel über Lieser- und kleines Kylltal sowie die  Wolfsschlucht zu erreichen.

Seit knapp 20 Jahren zieht es Kinder und Jugendliche aus der Gemeinschaft der Gemeinden Mechernich (GdG) in  einwöchige, ausdrücklich „christliche“ Ferienlager jeweils zu Beginn der Sommerferien. Ihren Anfang machte die Sache in der Pfarre St. Agnes Bleibuir, deshalb heißt das jährlich zwischen Niederrhein und Mosel vagabundierende Lager auch „Camp St. Agnes“.

2012 hatten die Betreuer die Vulkaneifel ausgeguckt. Ihr Basislager schlugen die aus dem ganzen GdG-Gebiet stammenden jungen Christen in Bettenfeld bei Manderscheid auf. Zum Lagerleben gehören stets auch Gebete und Meditationen. Sonntags ist Kaplan Hardy Hawinkels, der Jugendseelsorger der Aachener Bistumsregion Eifel, immer da, um mit den Mechernichern Jugendmesse zu feiern.

Passend zum urzeitlichen Lagermotto ging es diesmal um die archaische Bibelgeschichte vom Turmbau der Babylonier. Ein abschreckendes Beispiel, dem die Kinder und Jugendlichen in ihren Fürbitten und Danksagungen Eigeninitiative und Gemeinschaftssinn entgegenstellten.

Höhepunkt war einmal mehr eine Lagerolympiade, bei der es in der Art von „Spiel ohne Grenzen“ viele interessante und vor allem feucht-fröhliche Aufgaben zu bewältigen gab. Traditionsgemäß am letzten Abend bereiteten die ältesten Jugendlichen im Lager eine Nachtwanderung mit Mutprobe vor, die auch in diesem Jahr für Nervenkitzel sorgte.

Außer diesen und anderen mehr oder weniger spektakulären Einzelaktionen wird im „Camp St. Agnes“ viel Wert auf eigenverantwortliche Beschäftigung gelegt, d.h. es wird kein „Programm gemacht“, sondern die Kinder und Jugendlichen müssen selbst Phantasie und Tatendrang zum Einsatz bringen.

Dabei müssen sie auch beim Küchen- und Putzdienst sowie während der Nachtwachen und beim Holzsammeln und Kleinmachen anpacken und Verantwortung für die ganze Gemeinschaft übernehmen.

Im Laufe von fast zwei Jahrzehnten sind einige Hundert Kinder mit dem Betreuerteam von „Camp St. Agnes“ in den Ferien gewesen. Mit Bärbel Vossen, Anna Lang und Daniel Schlüpner waren drei der acht diesjährigen Betreuer ehemalige Ferienkinder des Camps. Brigitta Züll, Christine Roggendorf, Heike Pützer, Karl-Peter Heimbach, Holger Stürmer und Diakon Manfred Lang fahren zum Teil bereits seit den Anfängen des Camps mit ins Zeltlager.

KiZei AC/pp/Agentur ProfiPress