Geburten, Ehen, Sterbefälle

Hannah Schmitz mit 21 Jahren zur Mechernicher Standesbeamtin ernannt – „Mich reizt die Vielfalt an dieser Aufgabe“

Mechernich – Das Trauzimmer im Mechernicher Rathaus ist am Montagmorgen noch leer. Trotzdem nimmt Hannah Schmitz auf der Seite, auf der die Standesbeamtinnen üblicherweise sitzen, das erste Mal Platz. Probesitzen. „Und wie fühlt sich das an?“, fragt Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick.  „Richtig gut“, antwortet Hannah Schmitz mit einem strahlenden Lächeln. Die 21-Jährige ist seit dem 1. August die vierte Standesbeamtin in der Stadt am Bleiberg.

Den Weg dorthin hat sie im Schnellverfahren gemeistert. Am 1.  August 2019 hat sie ihre Ausbildung bei der Stadt Mechernich begonnen. Die Prüfung zur Verwaltungsfachangestellten hat sie am 14. Juli 2022 mit Bravour bestanden. „Drei Tage danach ging es für mich dann zum zweiwöchigen Standesbeamten-Lehrgang nach Bad Salzschlirf“, erzählt Hannah Schmitz. In der Akademie für Personenstandswesen stand für sie die Theorie zu Eheschließungen, Geburten, Sterbefällen und all dem, was eine Standesbeamtin können muss, auf dem Lehrplan. Die Prüfung am Ende des Lehrgangs hat sie ebenfalls bestens bestanden, so dass sie jetzt, auf den Tag genau drei Jahre nach Ausbildungsstart, zur Mechernicher Standesbeamtin ernannt werden konnte.

Dank Krankenhaus viele Geburten

„Mich reizt die Vielfalt an dieser Aufgabe“, sagt Hannah Schmitz. Dabei profitiert sie auch davon, dass Mechernich über ein Krankenhaus verfügt, das Geburtshilfe und Kinderklinik unter einem Dach vereint. „Viele Kollegen aus meinem Kurs haben das nicht. Die müssen dann lediglich drei Hausgeburten pro Jahr beurkunden. Da ist unsere Aufgabe in Mechernich deutlich vielseitiger“, berichtet die frisch gebackene Standesbeamtin.

Probesitzen im Trauzimmer: Hannah Schmitz wurde jetzt von Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick zur Standesbeamtin ernannt. Mit dabei Fachbereichsleiterin Silvia Jambor (v.r.) und Teamleiterin Carmen Keil. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

Da gibt es mitunter auch herausfordernde Fälle. Etwa, wenn eine ukrainische Frau in Mechernich entbindet und nur auf wenige Unterlagen zurückgreifen kann. Oder, wenn Eltern verschiedener Nationalitäten ein Kind zur Welt bringen. Dann ergeben sich mitunter komplizierte Fragestellungen zur Staatsangehörigkeit oder zur Namensführung. „Da muss man dann ganz genau aufpassen“, erläutert Carmen Keil, Teamleiterin im Standesamt. Bis Hannah Schmitz zu diesen kniffligen Fällen kommt, wird sie zunächst noch reichlich Erfahrung sammeln dürfen. Dabei kann sie sich auch auf die Unterstützung ihrer Kolleginnen verlassen.

Ein Händchen für diese Aufgabe

Einen Einblick in die Arbeit des Standesamtes hat die Eiserfeyerin bereits seit November letzten Jahres erhalten. „Ich freue mich sehr, dass wir sie in dieser Zeit schon richtig fit für die Prüfung bekommen haben“, sagt Teamleiterin Carmen Keil. Fachbereichsleiterin Silvia Jambor ergänzt: „Wir haben bei ihr sehr schnell gemerkt, dass sie ein Händchen für diese Aufgabe hat und gerne mit Menschen arbeitet.“ Das kann sie künftig unter Beweis stellen, wenn sie Paare im Rathaus traut oder an Samstagen in den Außenstellen im Bergbaumuseum, im Schloss Wachendorf, im Freilichtmuseum Kommern oder in der Burg Satzvey.

Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick zeigte sich erfreut darüber, dass die Stadtverwaltung „dem Nachwuchs die Chance bieten kann, sich weiter zu qualifizieren“. „Zudem konnten wir Frau Schmitz auch Perspektiven aufzeigen“, so der Bürgermeister weiter. Das sei bei einer öffentlichen Verwaltung dieser Größe nicht immer selbstverständlich. Für Hannah Schmitz scheint das alles ein Glücksgriff gewesen zu sein: „Ich fühle mich hier sehr wohl, habe nette Kollegen, komme jeden Tag gerne zur Arbeit und freue mich über die abwechslungsreichen Aufgaben.“

pp/Agentur ProfiPress