Aktuelles

Gas aus Mais und Gülle fürs Hospital

Gas aus Mais und Gülle fürs Hospital
Fünf-Millionen-Projekt: Energie aus Strempt für Mechernicher Krankenhaus
Mit Biogas von der Deponie soll das Mechernicher Kreiskrankenhaus mit Strom beliefert und geheizt werden.
von BERND KEHREN
MECHERNICH. Bereits ab dem kommendem Herbst könnte diese Vision Wirklichkeit werden. Der komplette Energiebedarf der Mechernicher Klinik soll von Strempt aus gedeckt werden. Und damit nicht genug. Mit dem Gas könnte die Kreiskrankenhaus GmbH auch das Geriatrische Zentrum in Zülpich oder die Pflegeeinrichtungen in Schleiden versorgen. Vorgespräche mit der KEV, Regionalgas Euskirchen, der Stadt Mechernich und dem Kreis scheinen dies mehr als wahrscheinlich zu machen.
Dr. Hans Rossels, Geschäftsführer der Kreiskrankenhaus GmbH, und Josef Reidt, Vorsitzender des Verwaltungsrats, sind begeistert von dem Projekt. Intensive Gespräche mit Dieter Hinze, dem Geschäftsführer der Kreis- Energie-Versorgung in Kall, sind bereits geführt worden.
Der Plan sieht so aus: Landwirte aus der Region liefern jährlich 30 000 Tonnen Mais zum Mechernicher Gewerbegebiet Strempter Heide an der Deponie. Dort ist eine Biogasanlage der geplanten Gesellschaft “BEST” (Bio Energie Strempter Heide) vorgesehen. Hier wird aus Mais, zehn Prozent Gülle und eventuell einer Beimischung von Ganzpflanzensilage Gas (in Erdgasqualität) erzeugt. Über die vorhandenen Leitungen der Regionalgas Euskirchen wird das Gas zum Kreiskrankenhaus nach Mechernich transportiert.
Blockheizkraftwerk “im Büro”
Dort gelangt es in ein Blockheizkraftwerk. Im Grunde genommen handelt es sich um einen Generator, “der in einem Büro Platz findet”, wie Dr. Rossels sagt. Für das Mechernicher Blockheizkraftwerk wird eine Fläche von etwa 20 Quadratmetern gerechnet.
Das Mechernicher Krankenhaus benötigt einen sehr konstanten Energiebedarf rund um die Uhr. Fest steht für die Beteiligten, dass der Einsatz der regenerativen Energie sich bezahlt machen wird.
Die Investitionen werden mit fünf Millionen Euro kalkuliert. Wird das Projekt von der Kreiskrankenhaus GmbH und der KEV alleine realisiert, zahlt jeder 2,5 Millionen Euro. Steigt auch die Regionalgas mit ins Boot, werden die Kosten gedrittelt. Dieter Hinze sprach gestern mit Vertretern der Regionalgas. Auch hier zeichnet sich “grünes Licht” ab.
Zunächst müssen noch die Entscheidungen der Gremien her. Heute tagen – zufälligerweise am selben Tag – der Aufsichtsrat der KEV und der Verwaltungsrat der Kreiskrankenhaus GmbH.
Noch viele Berechnungen und Beschlüsse – beispielsweise später vom Mechernicher Rat und dem Kreistag – sind erforderlich. Wenn aber alle mitziehen, könnte die Anlage laut Hans Rossels und Dieter Hinze bereits im Herbst 2007 in Betrieb gehen.
Wie Dieter Hinze gestern erklärte, wurden aber noch keine Gespräche mit der Landwirtschaftskammer geführt. Sie stehen aber an.
Ein neuer Markt für Landwirte könnte sich auftun und neue Arbeitsplätze in der Biogasanlage würden geschaffen.

Manfred Lang

15.09.2006