Für den Naturschutz Urlaub geopfert

Für den Naturschutz Urlaub geopfert
Gemeinnütziges “Bergwaldprojekt” machte Station in der Eifel – 18 freiwillige Aktivisten lichteten die Wacholderhänge bei Blankenheim-Alendorf aus
Blankenheim-Alendorf – Das vor 20 Jahren in der Schweiz gegründete und heute europaweit tätige “Bergwaldprojekt”, ein gemeinnütziger Verein, machte kürzlich Station in der Eifel: In Alendorf machten sich 18 freiwillige Aktivisten an die mühselige Arbeit, die Wacholderhänge am Eierberg auszulichten.
Der Kontakt in die Eifel entstand über Alexander Oeliger, den Bergwaldprojekt-Mitarbeiter Axel Jakob vom gemeinsamen Studium der Landschaftspflege kennt. Oeliger stammt aus Dollendorf und begleitete das Bergwaldprojekt in Alendorf im Auftrag der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Euskirchen.
“Von weitem hätte man den Eindruck haben können, am Eierberg werde kräftig gezündelt. Gleich an verschiedenen Stellen loderten große Feuer auf, Rauchfahnen schwollen an und zogen über die mit Wacholderbäumen bestandenen Hänge”, berichtete der Journalist Bernhard Romanowski im “Kölner Stadt-Anzeiger” über die Arbeiten im Naturschutzgebiet, das auch als “Toskana der Eifel” bezeichnet wird.
“Die einen kommen, weil ihnen die Natur und der Schutz besonderer Regionen am Herzen liegen. Die andern kommen, weil sie Bewegung in Gottes freier Natur suchen. Manche haben aber auch einfach nur Spaß bei der Arbeit oder suchen Kontakte zu anderen Menschen”, schilderte Journalist Manfred Hilgers in der “Kölnische Rundschau” seine Eindrücke.
Mit Handsägen machten sich die Teilnehmer an die überzähligen Pflanzen und warfen sie dann ins Feuer, um Platz zu schaffen werden für den Schäfer und seine Herde. Mitunter habe der ortsansässige Schäfer Werner Kulling, der im Auftrag der Unteren Landschaftsbehörde die Kalkmagerrasen an der Oberahr durchstreift, einige Mühe, seine Tiere noch zu finden, wenn dicht an dicht die Wacholderbäume stehen, schreibt Romanowski weiter. Etliche der Bäume seien zudem von einem Pilz befallen.
Mit dabei war auch der ehemalige Kripobeamte aus dem Raum Hückelhoven. “Ich habe 40 Jahre lang Morde aufgeklärt, RAF-Terroristen gejagt und Kaninchendiebstähle behandelt. Für mich ist die Arbeit im Wacholderschutzgebiet in Alendorf die reinste Erholung”, erzählte der pensionierte Beamte dem Journalisten Hilgers. Manche Teilnehmer nahmen sich sogar Urlaub für den freiwilligen Arbeitseinsatz. Einige der Naturschützer waren schon mehrfach in der Gemeinde Blankenheim tätig.
Mitmachen bei den Einsätzen können Frauen und Männer ab 18 Jahren. Fachkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Arbeiten sind zwar körperlich anstrengend, bei normaler Fitness aber zu bewältigen.
In Alendorf wurde die Truppe von Axel Jakob betreut, untergebracht waren die Aktivisten im alten Mülheimer Bahnhof, wo sie jeden Abend mit. frischem Essen versorgt wurden. Eine Besichtigung im Eisenbahnmuseum Jünkerath und in der Eisengießerei in Stadtkyll sorgte für Abwechslung im landschaftspflegerischen Arbeitseinsatz.
pp/Agentur ProfiPress

Manfred Lang

20.12.2011