Exotische Tomaten und gackernde Hühner

Nach drei Jahren Pause war endlich wieder Blumen- und Kleintiermarkt im historischen Ortskern von Kommern – Tausende kamen und genossen, Helga Weiermann sucht einheimische Nachfolger

Mechernich-Kommern – Bilderbuchwetter und ein tolles Angebot machten den traditionellen Kommerner Blumen- und Kleintiermarkt am Wochenende wieder zu einem Publikumsmagneten. Veranstalterin Helga Weiermann konnte hochzufrieden sein.

Menschenmassen in der Kölner Straße. Tausenden Besuchern strahlte eine bunte Farbenpracht entgegen. Foto: Cedric Arndt/pp/Agentur ProfiPress

„Der Markt war für mich immer eine Herzensangelegenheit, dem ich fast das gesamte Jahr über enorm viel Zeit und Aufmerksamkeit gewidmet habe“, sagte sie dem Reporter Cedric Arndt vom „Kölner Stadt-Anzeiger“ und der „Kölnischen Rundschau“, der an dieser Stelle auch für den Mechernicher „Bürgerbrief“ berichtet.

Der Blick auf das turbulente Marktgeschehen zwischen alten Fachwerkhäusern, deren älteste aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammen, ergab sich erstmals wieder nach drei Jahren Pause. 50 Händler lockten mit einem wahren Blumenmeer, Kräutern, Gemüse, Dekoartikeln und Leckereien.

50 Händler lockten mit einem wahren Blumenmeer, Kräutern, Gemüse, Dekoartikeln und Leckereien. Foto: Cedric Arndt/pp/Agentur ProfiPress

„Den Tausenden von Besuchern strahlte eine bunte Farbenpracht entgegen“, dazu gackerten die Hühner und schnatterten die Gänse, geradeso, als wollten sie an den Verkaufsgesprächen teilnehmen. Arndt: „Obwohl der Kommerner Blumen- und Kleintiermarkt seit über 30 Jahren zum festen Bestandteil des Ortes zählt und die coronabedingte Zwangspause die Vorfreude darauf in ungeahnte Höhen katapultierte, hatte Organisatorin Helga Weiermann eigentlich bereits mit dieser Veranstaltungsreihe abgeschlossen.“

Das Angebot der Händler reichte weit über das übliche Sortiment eines Gartencenters hinaus. Allein die Auswahl unterschiedlicher Tomatensorten und Kräuter ließ viele Besucher staunen. Foto: Cedric Arndt/pp/Agentur ProfiPress

Mehr und mehr eine Belastung

Mit fortschreitendem Alter sei ihr der damit verbundene Aufwand zunehmend schwerer gefallen. Kontakte zu den Händlern aufbauen, Aufteilung der Stellplätze innerhalb des Ortes, Genehmigungen, Straßensperren und viele organisatorische Details seien mehr und mehr zur Belastung geworden. 2019 habe bereits kein Markt mehr stattgefunden, da Helga Weiermann beschloss, kürzer zu treten.

Rosa Rosen stachen aus einem wahren Blumenmeer heraus, dessen die Besucher des Blumen- und Kleintiermarktes am dritten Maisonntag ansichtig wurden. Foto: Cedric Arndt/pp/Agentur ProfiPress

Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ und die „Kölnische Rundschau“ schreiben: „Zwei Jahre Corona schienen diese Entscheidung zu bekräftigen, da sich zahlreiche Händler aufgrund der veränderten Lage umorientiert hatten und Teile der Organisation wieder völlig neu aufgebaut werden mussten. Dennoch konnte sie ihr Herzensprojekt nicht völlig loslassen.“

„Ich wollte diese großartige Veranstaltung nicht einfach enden lassen oder fremden Händen anvertrauen“, sagte Helga Weiermann den im Stadtgebiet Mechernich erscheinenden Tageszeitungen und dem „Bürgerbrief“: „Die Arbeit macht mir immer noch großen Spaß und mein Nachfolger sollte ebenso mit Kommern verbunden sein wie ich.“

Nicht nur Tiere als Bronzeskulpturen, wie hier am Kommerner Arenbergplatz, waren beim Blumen- und Kleintiermarkt zu bestaunen, sondern auch lebendiges Federvieh. Foto: Cedric Arndt/pp/Agentur ProfiPress

„Ich konnte nicht widerstehen“

Sowohl die Händler als auch die zahlreichen Besucher hätten diese Entscheidung begrüßt, so Cedric Arndt: „Und sie genossen die ausgiebige Shoppingtour entlang der Verkaufsstände. Große Einkaufstüten, Holzkisten und sogar ganze Bollerwagen voller pflanzlicher Erzeugnisse wurden gesichtet.“

Der Blick auf das turbulente Marktgeschehen zwischen alten Fachwerkhäusern, deren älteste aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammen, ergab sich erstmals wieder nach drei Jahren Pause. Foto: Cedric Arndt/pp/Agentur ProfiPress

„Eigentlich wollte ich mir nur ein paar Anregungen für den eigenen Garten holen, aber dann konnte ich doch nicht widerstehen“, sagte Ursula Esser dem Reporter. Denn die Waren der Händler reichten weit über das übliche Angebot eines Gartencenters hinaus. Allein die Auswahl unterschiedlicher Tomatensorten ließ viele Besucher staunen.

„Absoluter Renner war meine blaue »Mallorca-Tomate«, verriet Alexander Stark. Bei seinen Urlaubsreisen um die halbe Welt hat der in Gillenfeld in Rheinland-Pfalz lebende Händler immer wieder Tomatenpflanzen erworben, getrocknet und die Pflanzen in seiner Heimat züchterisch variiert: „Heute biete ich Tomaten aus Marokko oder Mexiko zum Verkauf, die alle ihr ganz eigenes Geschmackserlebnis bieten.“

pp/Agentur ProfiPress