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Ein Stück Glück zurückgeben

Ein Stück Glück zurückgeben

Mechernich – Die “Anstifter” im positiven Sinne bleiben einstwei­len ungenannt. Ein Mechernicher Ehepaar hat 50.000 Euro aus sei­nem privaten Vermögen in eine Bürgerstiftung eingezahlt, die aus­schließlich und unmittelbar gemeinnützigen und mildtätigen Zwecken in der Stadt Mechernich dienen soll. Deshalb heißt sie auch “Mechernich-Stiftung”.
Über die Motive schweigt sich das Stifterpaar keineswegs aus: “Wir haben soviel Glück im Leben gehabt, Glück im Beruf, Glück in unserer Beziehung, da wollen wir was zurückgeben. An andere, die Pech gehabt haben, die krank geworden sind, die keine Arbeit finden.” Da sie selber keine Kinder hätten, so der Mann, habe man sich entschlossen, einen ganz beträchtlichen Teil des Vermögens zu stiften. Und zwar zur Linderung der Not praktisch vor der ei­genen Haustür – in der Stadt Mechernich.
Die Jugend- und Altenhilfe stehen im Stiftungszweck ganz oben an, aber auch bedürftige Personen und sozial schwache Familien in Randgruppen können gefördert werden. Die Stiftung steht jedem offen, der zustiften oder spenden will. Die Satzung der “Mecher­nich-Stiftung” ist von der Oberfinanzdirektion geprüft worden, der Regierungspräsident und die Stiftungsaufsicht haben ihren Se­gen gegeben.
“Damit ist die Mechernich-Stiftung einen etwas anderen Weg gegan­gen als andere Bürgerstiftungen in der Region”, so Christian Baans, der Erste Beigeordnete der Stadt Mechernich. Baans gehört dem Stiftungsvorstand ebenso an wie unter anderem der evangeli­sche Pfarrer Michael Stöhr und Schwester Lidwina von der katholi­schen “Communio in Christo”.
Während anderenorts die Kommune oder eine Institution versucht hätten, die Initiative zu einer Bürgerstiftung zu geben, seien Idee und Startkapital in Höhe von 50.000 Euro in Mechernich tat­sächlich aus einem einzigen privaten Portemonnaie gekommen. Und man hoffe, dass nun aus möglichst vielen privaten und öffentli­chen Kassen zugestiftet beziehungsweise gespendet wird.Das würde das Kapital der Mechernich-Stiftung erhöhen, das ja auch in alle Zukunft nicht angegriffen wird. Bürgerstiftungen wie die Mechernich-Stiftung, operieren nicht mit ihrem eigentlichen Kapital, sondern mit dessen Rendite aus mündelsicheren Anlagen. In der Regel sind es die Zinserträge, mit denen eine Stiftung Gutes tut.
Die Mechernich-Stiftung, deren Satzung auf Punkt und Komma von der Stiftungsaufsicht beim Kölner Regierungspräsidenten unter die Lupe genommen und für gut befunden wurde, ist gemeinnützig, mildtätig, überparteilich und unpolitisch. Das Stifterehepaar hat sich während der über ein Jahr dauernden Gründungsphase sehr in­tensiv mit dem Stiftungsrecht auseinandergesetzt und sich mit Personen des persönlichen Vertrauens umgeben.
Dazu gehörte neben dem Ersten Beigeordneten Christian Baans auch der evangelische Pfarrer Michael Stöhr und die katholische Schwester Lidwina von der Ordensgemeinschaft “Communio in Christo”.
Alle zusammen informierten am Mittwochabend nach einer Vorstands­sitzung die Öffentlichkeit von der Konstituierung der Mecher­nich-Stiftung. Die Mechernich-Stiftung will noch dieses Jahr mas­siv um neue Zustifter und Spender werben. “Wir hoffen, dass aus dem Schneeball eine Lawine wird”, sagte Christian Baans. Mecher­nich habe sich zu einem sympathischen und grundlegend auch soli­darischen Gemeinwesen entwickelt.Stiftungsvorsitzender Baans: “Wir müssen sehen, dass sich der Staat in der langfristigen Perspektive aus sozialen Aufgaben verstärkt zurückziehen wird. Da ist es die richtige Antwort, dass Bürger für Bürger die Initiative ergreifen. Es gibt keinen besse­ren Weg, als dies in Form einer auf Dauer angelegten Bürgerstif­tung zu tun!”
Agentur ProfiPress

Zu Geschichte, Funktion und Zielen von Stiftungen und insbe­sondere Bürgerstiftungen sowie den Möglichkeiten, die Ziele der Mechernich-Stiftung zu erweitern, siehe Artikel im Innenteil dieser Ausgabe (Stichwort: Bürgerstiftungen).

Manfred Lang

12.10.2005