Ein Familienzentrum für Mechernich

Ein Familienzentrum für Mechernich
Betreuungsangebote für Kinder und Beratung für Eltern – Zahlreiche Kooperationspartner
Mechernich – Die Schulstadt Mechernich ist um eine soziale Einrichtung reicher: Am Montag, 4. Juni, bekamen Elisabeth Schwister und Ulla Schmitz, die Leiterinnen der benachbarten Kindertagesstätten (Kita) Labyrinth und Regenbogen, die offizielle Zertifizierung der Kindertagesstätten als Familienzentrum überreicht. Nun ist die Umsetzung der vielen Richtlinien in vollem Gange. 12000 Euro stellt das Land Nordrhein-Westfahlen dafür künftig jährlich zur Verfügung.
“Die Pilotphase für den Aufbau hat alleine ein Jahr gedauert”, berichtet Schwister. Viel musste in dieser Zeit organisiert, vielfältige Kontakte geknüpft und einige Kooperationen eingegangen werden. Schwister war für diese Aufgabe sehr gut geeignet, denn neben ihrer Leitungsstelle in der von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) geführten Einrichtung neben der St. Barbaraschule ist sie auch mit 20 Wochen-Stunden Fachberaterin aller Awo-Kindertagesstätten im Kreis Euskirchen. Zusätzliche Gelder wurden dafür allerdings nicht bereitgestellt.
Die Aufgabe des Familienzentrums geht weit über die Betreuung der Kinder hinaus. “Ein wichtiger Teil der Arbeit im Familienzentrum ist die Beratung”. Früher fragten die Eltern meistens um Hilfe bei Erziehungsschwierigkeiten. Nun gibt es einen stetig steigenden Bedarf zu Themen wie Arbeitslosigkeit und Finanzen. “Auch die Zahl der Privatinsolvenzen steigt dramatisch, hier gibt es viel Hilfebedarf”, so Schwister.
Aber auch Themen wie Sucht oder die Integration von Kindern mit anderem kulturellen und sprachlichen Hintergrund spielen eine große Rolle. So arbeitet der Migrationsdienst des katholischen Jugendwerkes Euskirchen ebenso im neuen Familienzentrum mit wie das Familienbildungswerk des Rotkreuz-Kreisverbandes Euskirchen, der Allgemeine Soziale Dienst (ASD), der Verein Donum Vitae und weitere Vereine und Organisationen. “Wir sind eine Eltern-Anlaufstelle für Probleme aller Art”, so Schwister. Und wenn es für ein spezielles Problem keine Beratungsmöglichkeit gibt, stellen die Mitarbeiter des Familienzentrums Kontakt zu kompetenten Fachleuten her.
Auch ein “Beratungscafe” wurde eingerichtet, in dem es Austausch in lockerer Atmosphäre geben kann. Eine Spielgruppe für Kinder unter drei Jahren soll auch angeboten werden. “In vielen Bereichen sind wir noch dabei, den Bedarf der Eltern festzustellen”, sagt die Leiterin. Diese Ergebnisse können dann an das Kreis-Jugendamt weitergegeben werden. Dadurch kann flexibel und bedarfsgerecht geplant werden. So scheint die Nachfrage nach Betreuung von unter Dreijährigen zuzunehmen. Schwister: “Viele junge Mütter sind aus finanziellen Gründen gezwungen, möglichst bald wieder zu arbeiten.”
Räumlichkeiten stehen genug zur Verfügung, die Kita Labyrinth hat ihren Namen durchaus zu Recht. Gleich nebenan befindet sich die von Ulla Schmitz geleitete Awo-Kindertagesstätte Regenbogen, die auch zum neu gegründeten Familienzentrum gehört. Möglichst noch in diesem Jahr sollen beide Einrichtungen baulich vereint werden. “Dann ist auf jeden Fall genug Raum vorhanden”, sagt Schwister.
Im Kreis Euskirchen gibt es bisher nur ein weiteres Familienzentrum, die Kita Nilpferd in Euskirchen. Weitere sollen in naher Zukunft entstehen. Im gesamten Land Nordrhein-Westfahlen sind es bisher 251 Familienzentren, 3000 sollen es im Lauf der Zeit werden.
pp/Agentur ProfiPress

Manfred Lang

12.07.2007