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Der NRW-Landesmeister kommt aus Mechernich

Der NRW-Landesmeister kommt aus Mechernich
Frank Förster (20) aus der Bergstraße ist der beste Steinmetz im Land. Sein Ausbilder Markus Simons ist stolz, dass in seinem Familienbetrieb noch nie ein Lehrling durchgefallen ist.
Mechernich – Der beste Steinmetz-Lehrling im Lande Nordrhein-Westfalen wohnt in Mechernich: Frank Förster (20) aus der Bergstraße hatte erst im Juni 2005 seine Gesellenprüfung abgelegt. Dabei wurde er Innungsbester. Bereits im Herbst stieg er bei der Landessiegerehrung in Bielefeld aufs Siegertreppchen und vertrat die NRW-Landesfarben schließlich auch im November beim Bundesleistungswettbewerb der Handwerksjugend in Mainz.
Der junge Mann weiß, was er kann, und das, so Frank Förster, verdanke er in allererster Linie seinem Lehrmeister Markus Simons: “Ich habe eine sehr gute Ausbildung genossen, die viele so heutzutage nicht mehr haben.” Bei Markus Simons müssten die Lehrlinge “Kloppen ohne Ende”, also den ursprünglich handwerklichen Umgang mit Schlageisen, Meißel, Spitzeisen, Scharriereisen und Knüpfel erlernen.
“Nur so bekommt man mit der Zeit ein Gefühl für den Werkstoff Stein”, begründet Meister Simons seine Ausbildungsmethode. Viele Steinmetz-Betriebe würden den Stein nur noch maschinell bearbeiten, was nicht immer seiner natürlichen Konsistenz entspreche: “Ich kann einem Stein mit Säge und Fräse alle möglichen Formen aufzwingen, aber das ist nicht materialgerecht. Man darf sich dann nicht wundern, wenn der Stein reißt, rasch verwittert oder etwas abbricht!”
Frank Förster jedenfalls kam die ursprüngliche Steinbearbeitung im Steinmetz-Betrieb Simons schon während der überbetrieblichen Ausbildung zugute. Er fiel den Ausbildern sofort auf, weil er handwerklich viel mehr konnte als seine Alters- und Berufsgenossen: “Ich habe schon während der Lehre eine ganze Reihe Urkunden eingeheimst”, berichtet der selbstbewusste junge Mann, der schließlich als Innungsbester der Steinmetz-Innung Aachen die Gesellenprüfung ablegte.
Dass er für seinen Erfolg hart an sich und am Stein würde arbeiten müssen, ist Frank Förster von vorneherein bewusst gewesen. Sein Ausbilder Markus Simons machte ihm da keine Illusionen: “Diesen Beruf kann jeder erlernen – bis zu einem gewissen Grad. Die letzten zehn Prozent erreicht man nur, wenn man hart an sich arbeitet.”
Dass Frank Förster das Rüstzeug zur Erlangung handwerklicher Perfektion in seinem Steinmetz-Betrieb mitbekommen hat, freute Markus Simons und seinen Bruder Michael, den kaufmännischen Leiter des Unternehmens, außerordentlich: “Frank ist ein ausgesprochen geschickter Mann. Er ist nicht der erste. Wir sind stolz darauf, dass in unserer über 80-jährigen Firmengeschichte, angefangen beim Opa und über unseren Vater bis heute noch kein Lehrling durchgefallen ist.”
Die Simons-Brüder können sich “sehr gut vorstellen, dass Frank mittelfristig wieder in unseren Betrieb zurückkehrt”. Einstweilen aber soll der begabte Steinmetz, dessen Hobby Graffiti ist, sich in anderen Steinmetz-Betrieben seine Meriten verdienen. Markus Simons: “Man muss auch gesehen haben, wie in anderen Betrieben gearbeitet wird. Das bringt frischen Wind in die eigene Laufbahn.”
Frank Förster, der als Gesellenstück einen Fernsehtisch aus Kylltaler Sandstein angefertigt hatte und sich in einer achtstündigen Arbeitsprobe vor den Augen der Prüfer den Titel des Innungsbesten von Aachen erwarb, behielt auch im Wettstreit gegen die übrigen sieben Innungsbesten von NRW die Oberhand. Sein Ehrgeiz ist geweckt. “Ob ich den Meister machen will? Mal sehen.” Agentur ProfiPress

Manfred Lang

22.01.2006