Aktuelles

Der “heißeste Job” Mechernichs

Mechernich – Dichter Qualm drang am Samstagmorgen um kurz vor elf aus dem ehemaligen Rathausgebäude in der Bergstraße. Da diese alten Gebäude ja bekanntlich bald abgerissen werden sollen, war die Gelegenheit laut Mechernichs Löschgruppeführer Markus Kurtensiefen günstig, seine Jungs für den Ernstfall zu testen.
Das diese für Ausnahmesituationen bestens gerüstet sind, stellten sie am Samstagmorgen eindrucksvoll unter Beweis. Denn wie der Journalist Bernhard Romanowski im Kölner Stadt-Anzeiger berichtete, waren nur wenige Minuten nach Eingang des Notrufes bereits 14 Wehrleute der Feuerwehr-Löschgruppen aus Mechernich, Strempt sowie aus Firmenich und Obergartzem mit ihrem Einsatzleiter Steffen Haußner vor Ort. Insgesamt rückten 28 Brandbekämpfer in der Mechernicher Bergstraße an, um mit einem Einsatzleitwagen und drei Löschfahrzeugen, einem Drehleiter- und einem Tanklöschfahrzeug den Hausbrand in dem früheren Verwaltungsgebäude unter Kontrolle zu bringen und die im Haus befindlichen Personen zu retten.
Markus Kurtensiefen, der die Löschgruppe 1 der beiden Wehren aus Mechernich und Strempt leitet, war sehr froh, in dem leer stehenden Gebäude proben zu können. “Wir haben von der Stadtverwaltung direkt die Zusage bekommen, das war kein Problem”, sagte der Wehrleiter im Gespräch mit David Dreimüller von der Kölnischen Rundschau.
Mit der Großübung habe er die Leistungsfähigkeit der neuen Löschgruppe testen wollen, sagte Kurtensiefen weiter. Schließlich bilden die beiden Wehren aus Mechernich und Strempt erst seit gut einem Monat gemeinsam den Löschzug 1 der Stadt Mechernich. Nur ein paar Wehrmänner hatte Kurtensiefen in die Pläne seiner Großübung eingeweiht.
Wie David Dreimüller in der Kölnischen Rundschau berichtete, hatte Kurtensiefen sich bereits früh morgens mit den eingeweihten Feuerwehrmännern getroffen, um die Gebäude zu präparieren. “In den beiden Häusern wurden vier Nebelmaschinen installiert, wie sie sonst in Discos zum Einsatz kommen. Zudem versteckten die Helfer sieben Puppen in den Häusern, die anschließend von den Kameraden gerettet werden sollten”, schilderte Dreimüller das Szenario. “Wir wollen gucken, ob wir das schaffen”, hatte Löschgruppenführer Kurtensiefen gesagt. Das es keine einfache Sache würde, war dem erfahrenen Wehrmann gleich klar. Immerhin wog jede Puppe stolze 80 Kilogramm. Hinzu kam, so Dreimüller in seinem Artikel weiter, die verwinkelte Architektur der Gebäude, die bei starkem Rauch während der Übung den Feuerwehrleuten alles abverlangte.
Wie Bernhard Romanowski vom Kölner Stadt-Anzeiger berichtete, drangen die Mechernicher Wehrmänner gleich von zwei Richtungen aus mit Atemschutzmasken und Gerätschaften in das Haus ein. Den laut David Dreimüller “heißesten Job Mechernichs” hatte am Samstagmorgen der 26-jährige Thomas Zimmermann vom Deutschen Roten Kreuz in Euskirchen, der mutig als Brandopfer fungierte. “Er trug mit Brennpaste präparierte Kleiderstücke und stürzte den Wehrleuten wild um sich schlagend entgegen”, so Bernhard Romanowski über das Brandopfer, das für seine Rolle selbstverständlich mit der entsprechenden Schutzkleidung ausgerüstet war. “Von der Hitze habe ich nichts gespürt, aber das Atmen unter der Schutzmaske fiel sehr schwer”, berichtete der Rotkreuz-Rettungsassistent nach seinem Auftritt als Stuntman gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger.
Der Rettungsassistent aus Flerzheim räumte im Gespräch mit der Kölnischen-Rundschau jedoch ein, dass er eigentlich keinerlei Erfahrungen als Stuntman vorzuweisen hat und von daher auf ein schnelles Handeln der Feuerwehrleute gehofft habe. Thomas Zimmermann, der von den Kollegen mit einer Löschdecke schnell gelöscht wurde, war an den Job als Stuntman über seinen Bekannten Steffen Haußner rangekommen. “Ich kenne ihn schon ein paar Jahre und weiß, dass er für so durch geknallte Sachen zu haben ist”, sagte Einsatzleiter Steffen Haußner im Gespräch mit Rundschau-Journalist David Dreimüller.
Löschgruppenführer Markus Kurtensiefen war mit dem Verlauf der Großübung sichtlich zufrieden. “Wir haben unser Ziel erreicht”, bilanzierte Kurtensiefen im Kölner Stadt-Anzeiger. Bei dieser ausgedehnten Einsatzlage hätten sie aber durchaus noch Verwendung für Verstärkung gehabt. Anlass für den Übungseinsatz war laut Kurtensiefen die Umstrukturierung der Löschzüge im Stadtgebiet. Denn seit erst einem Monat bilden die Löschgruppe Mechernich und Strempt einen Löschzug. Von daher sprach Kurtensiefen nach dem Einsatz von einer “wichtigen Bewährungsprobe” für die Wehrmänner.
Das gesteckte Ziel, zitiert David Dreimüller den Löschgruppenführer, innerhalb von acht Minuten mit mindestens neun Feuerwehrleuten vor Ort zu sein, wurde mit 17 Personen sogar noch übertroffen. Und auch Thomas Zimmermann konnte laut David Dreimüller nach der Übung wieder lachen. Gegenüber Löschgruppenführer Kurtensiefen habe er bereits gescherzt, ob er sich nicht als Stuntman selbstständig machen solle.
pp/Agentur Profipress

Manfred Lang

14.08.2009