Dem Ringrichter einen Hieb versetzt

Dem Ringrichter einen Hieb versetzt
Eklat bei der “Fight Night”: Kickboxer schlägt Ringrichter – Tumult und Handgreiflichkeiten in der Halle – Euskirchener Baker Barakat zeigte sich dagegen als fairer Sportsmann
Mechernich – Tumulte, Handgreiflichkeiten, fliegende Stühle: Die zehnte Auflage der “Fight Night” in der Mechernicher Dreifachturnhalle stand im Zeichen eines Eklats.
Was war passiert? Ex-Europameister Khoren Gevor hatte nach der Entscheidung von Ringrichter Paji Peci, Gevors Gegner Baker Barakat zum Sieger zu erklären, Rot gesehen: Nachdem Gevor dem Ringrichter einen Hieb versetzt hatte, brach ein Tumult aus. Zahlreiche Helfer stürmten den Ring und versuchten den tobenden Armenier unter Kontrolle zu bekommen. Zwischen den Teams von Gevor und Barakat kam es zu Handgreiflichkeiten. Das Publikum quittierte das unsportliche Verhalten mit einem gellenden Pfeifkonzert und beruhigte sich erst wieder, nachdem Gevor in der Kabine verschwunden war. Zuvor hatte der Satzveyer Kickboxer Frank Chelmowski Übersicht bewiesen und Gevors kleine Tochter, die im Saal saß, mit einem beherzten Manöver aus der Gefahrenzone gebracht.
Es bleibt abzuwarten, wie Khoren Gevors Verhalten sanktioniert wird: Zu einer Sperre wurde der Armenier bereits verdonnert. Nach seinem Kampf gegen Supermittelgewichts-Champion Robert Stieglitz im April dieses Jahres hatte Gevor seinem Ärger ebenfalls Luft gemacht und den Unparteiischen attackiert. Unter der Flagge der German Box Association (GBA) und mit dem festen Versprechen, “sich anständig zu benehmen”, so Jonathan Pasi vom Euskirchener Barakat-Team gegenüber den Medienvertretern, durfte der jähzornige Gevor in Mechernich antreten. Nachdem es bereits beim traditionellen Wiegen der Kampfteilnehmer am Vortag der “Fight Night” zu Spannungen und Irritationen gekommen war, verlor Gevor, der zurzeit auf Platz 34 der Weltrangliste steht, im Kampf gegen Barakat jegliche Kontrolle. Gleich zweimal hatte er seinen Gegner noch nach dem Pausengong mit einer Dreier-Schlagserie attackiert. Nach der Verkündung der lupenreinen 2:1-Entscheidung für Barakat folgte dann der oben beschriebene Eklat.
Baker Barakat wiederum zeigte Sportsgeist und entschuldigte sich beim Publikum für den Ausraster seines Gegners. Obwohl sich die erhitzten Gemüter relativ schnell wieder beruhigten, hinterließ der Zwischenfall einen schalen Nachgeschmack. Umso bedauerlicher, weil die 450 Zuschauer bis zu dem Zeitpunkt spannende Kämpfe gesehen hatten, die von allen Beteiligten mit sportlich-fairer Geste ausgetragen worden waren.
Mit Spannung erwartet wurde das Comeback von Frank Chelmowski. Der Satzveyer Lokalmatador hatte noch im Sommer als Folge eines Bandscheibenvorfalls im Rollstuhl gesessen. Mit Hilfe eines harten Aufbauprogramms hatte sich Chelmowski wieder den Weg in den Ring geebnet. Am Samstagabend traf er auf den ihm unbekannten Schwergewichtler Ronni Donkor. Die beiden lieferten sich einen erstklassigen Kampf, in dem sich Chelmowski mit einer 2:1-Punktniederlage geschlagen geben musste. Sein Teamkollege Remor Arms dagegen machte kurzen Prozess: Mit einem Haken hatte er seinen Gegner sauber getroffen und einen souveränen K.O.-Sieg in der ersten Runde gelandet.
Mit einem Nasenstüber schickten sich dagegen “Alarm für Cobra 11”-Stuntman Christoph Domanski und Eventmanager Heiko von der Schlippen beim prächtig anzusehenden Showkampf gegenseitig auf die Bretter. Zuvor hatten die “Stuntmen mit Herz” aus Velbert in der Halle Stimmung gemacht und die Frankfurter Rthythm & Blues-Band “Flo2Soul” die Boxer-Hymne “Stück für Stück” erklingen lassen. Schließlich diente die Veranstaltung einem guten Zweck, so Sarah Haberland vom Euskirchener “Energy Gym”-Organisationsteam. Dem kleinen Sascha aus Frankfurt/Main, der Opfer eines schlimmen Brandunfalls wurde, soll der Erlös der “Fight Night” weitere Heilungsmaßnahmen ermöglichen, deren Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen werde.
pp/Agentur ProfiPress

Manfred Lang

13.12.2011