Clou des Manitou

Theater zu Pferde
Sonntag ist Premiere auf dem Reiterhof Mauel in Mechernich-Weiler – Zwölf Pferde und 20 Menschen beim “Clou des Manitou” in Aktion
Mechernich-Weiler am Berge – Wer eine Art Eifeler Karl-May-Festspiele live erleben möchte, sollte am Sonntag, 1. Juli, nach Weiler am Berge fahren. Auf dem Reiterhof Mauel wird dort ab 12 Uhr das Stück “Der Clou des Manitou” uraufgeführt. Den Zuschauer erwartet eine turbulente Geschichte rund um Indianer, Cowboys und Pferde.
20 Menschen im Alter von sechs bis 60 Jahren und zwölf Pferde sind die Akteure des humorvollen Theaterstücks. “Wir werden bekannte Figuren aus Film und Fernsehen und aus der aktuellen Promiwelt persiflieren”, berichtet Martin Mauel, der den Westerreithof zusammen mit seiner Frau Andrea betreibt.
Andrea Mauel ist B-Trainerin für den Westernreitsport und verspricht: “Es gibt viele Tricks rund ums Pferd und um das Westernreiten zu sehen”. Dafür wurde mit Schauspielern und Vierbeinern bereits seit einem Jahr geprobt. Und das einmal die Woche!
In dem Stück treibt beispielsweise “Lucky Luke” die Daltons zu Pferde zusammen, und zwar in der Art, wie es sonst die Rodeo-Cowboys mit den Longhorn-Rindern machen. Die Größe der Zigarette, die Lucky Luke lässig aus dem Mudwinkel ragt, würde wohl selbst manchen Alt-Hippi vor Neid erblassen lassen. “Vieles haben wir improvisiert, die Texte ändern sich zu aktuellen Anlässen”, berichtet Martin Mauel. Hieß es bei den Proben vor zwei Wochen noch: “Ist Paris Hilton noch im Gefängnis?”, heißt es nun “Ist sie schon wieder raus?”
Bei einem Reiter-Camp mit 25 Teilnehmern entstand die grobe Struktur des Stücks. An der Plakatwand wurde erst einmal eine Fülle von Vorschlägen gesammelt. Schnell stand fest, dass Menschen wie Pferde eine gleichermaßen große Rolle bei der Parodie spielen sollen.
Die Regie für den “Clou des Manitou” übernahm die Theaterwissenschaftlerin Bettina Glücks. “Es ist das erste Mal, dass ich so etwas inszeniere: Zum oft schon stressigen Faktor Mensch kommen auch noch Pferde dazu – doch es hat super geklappt”, berichtet die Leiterin des “Phoenix-Theaters” in Wesseling begeistert.
“Die Pferde machen deshalb so gut mit, weil es im Grunde gut trainierte Arbeitstiere sind”, erklärte Martin Mauel im Pressegespräch. So stehen die Vierbeiner, die gerade nicht an der Reihe sind, bei den Proben lässig und mit eingeknicktem Hinterbein dösend am Rand der Reithalle, auch wenn gerade ein berittener Indianer vorüberprescht.
Pferde vom kleinen Shetlandpony bis zum gestandenen Quarter-Horse sind bei der Show mit dabei. Einlass ist ab 11.30 Uhr, die Karten kosten vier Euro, ermäßigt4 Billets zwei.
pp/Agentur ProfiPress

Manfred Lang

12.07.2007