Bundestagskandidaten diskutieren über „Familie und Beruf“

Rotkreuz-Geschäftsführer und AGW-Vorsitzender Rolf Klöcker hatte eingeladen: Podiumsdiskussion der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände im Kreis Euskirchen mit den Bundestagskandidaten Detlef Seif, Gabriele Molitor, Helga Kühn-Mengel, Jörg Kutzer, Florian Völlger und Thomas Winzberg zu sozialen Themen – Impulsreferat von Bernd Altgen, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Nordeifel eG, der im Kreis Euskirchen und vielleicht darüberhinaus in der Eifel ein Netzwerk für Unternehmen, Wohlfahrtsverbände und Behörden zu knüpfen sucht – Moderator Manfred Lang, der Öffentlichkeitsarbeiter der Zukunftsinitiative Eifel, nahm Politiker nach Meinung der Presse an die „kurze Leine“

Im Rahmen der von der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände im Kreis Euskirchen initiierten Podiumsdiskussion diskutierten die Bundestagskandidaten (v.l.) Detlef Seif, Helga Kühn Mengel, Gabriele Molitor, Jörg Kutzer, Thomas Winzberg und Florian Völlger zum Thema „Familie und Beruf“. Foto: Felix Lang/pp/Agentur ProfiPress

Euskirchen – Ob das nächste TV-Duell mit Kanzlerkandidaten von einem Eifeler moderiert wird? Wohl kaum, aber das Zeug dazu hätte der unter anderem für die Zukunftsinitiative Eifel tätige Journalist Manfred Lang, der jetzt eine Podiumsdiskussion mit allen sechs Bundestagskandidaten im Wahlkreis 92 (Euskirchen/Erftkreis II) moderierte.

Das fand jedenfalls die „Kölnische Rundschau“, in der der Redakteur Michael Schwarz über die Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände im Kreis Euskirchen (AGW) schreibt: „Floskeln wurden entlarvt, langgezogene Reden im »Politiker-Sprech« im Keim erstickt – wer Stefan Raab im TV-Duell belebend fand, kennt Manfred Lang noch nicht.

Leitgedanke bei der Veranstaltung im Evangelischen Gemeindezentrum Euskirchen, zu dem der Rotkreuz-Kreisgeschäftsführer und AGW-Vorsitzende Rolf Klöcker eingeladen hatte, war das Thema „Familie und Beruf“. Ein Thema, das sich auch die VR-Bank Nordeifel eG auf die Fahnen geschrieben hat. Deren Vorstandsvorsitzender Bernd Altgen hielt nach der Eröffnung und Begrüßung durch Rolf Klöcker, ein Impulsreferat. Michael Schwarz: „So stellte der Kopf des Netzwerkes »Familie und Beruf im Kreis Euskirchen« auch klar, dass gerade der ländliche geprägte Kreis Euskirchen alles tun müsse, hierbei voranzukommen.“ Attraktive Firmen, so zitiert die Kölnische Rundschau Bernd Altgen, bräuchten attraktive Arbeitsplätze mehr denn je, denn die Landflucht junger Menschen habe spürbar eingesetzt.

Über die anschließende Podiumsdiskussion schrieb Tim Nolden im „Kölner Stadt Anzeiger“: „Die beiden Bundestagsabgeordneten Detlef Seif (CDU) und Gabriele Molitor (FDP) berichteten von ihren Erfahrungen in Tagespraktika im sozialen Bereich – Seif hatte einen Tag in einer Rettungswache verbracht, Molitor in einer Kindertagesstätte.“ Beide, so berichtete Nolden, lobten die Mitarbeiter vor Ort in den höchsten Tönen.

Inhaltlich tauschten sich die Kandidaten unter anderem zum Thema „Pflege“ aus. Nolden zitiert dazu auch den Diakonie-Geschäftsführer Walter Steinberger: „Seit ich im Pflegebereich arbeite, sehe ich, wie es immer weiter bergab geht.“ Der Geschäftsführer des Caritasverbandes Euskirchen, Franz Josef Funken, blies ins gleiche Horn: „50 Prozent der Arbeitszeit geht für die Dokumentation drauf.“

Malte Duisberg, der Leiter der Stiftung Evangelisches Alten- und Pflegeheim Gemünd, ergänzte noch, dass gleichzeitig der Vertrauensvorschuss, den die Mitarbeiter tagtäglich erarbeiteten, viel zu gering geschätzt werde. „Helga Kühn-Mengel sprach sich für eine moderate solidarische Anhebung der Pflegekassenbeiträge aus, um Ausbildung, Qualität und Entlohnung im Pflegebereich zu verbessern“, so die „Kölnische Rundschau“ zum Statement der SPD-Kandidatin.

Wie Helga Kühn-Mengel, sprachen sich auch Jörg Kutzer (Bündnis 90/Die Grünen), Thomas Winzberg (Piraten), und Florian Völlger (Die Linke) für den Mindestlohn aus. „CDU-Kandidat Detlef Seif hielt dagegen, dass ein Mindestlohn den Mitarbeitern im Pflegeberich nicht wirklich helfen würde, weil er dazu zu niedrig angedacht sei“, so der „Kölner Stadt Anzeiger“.

Alles in allem war es ein kurzweiliger Austausch an Argumenten, Meinungen und Lösungsansätzen, mit dem alle gemeinsam es nicht zuletzt auch geschafft haben, das so wichtige Thema „Familie und Beruf“ einmal mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu bringen.

Bleibt zu wünschen, dass VR-Bank-Nordeifel-Vorstandsvorsitzender Bernd Altgen jetzt auch bei seinem Bemühungen rasch weiterkommt, im Kreis Euskirchen ein freiwilliges Unterstützungs-Netzwerk für Familien zu knüpfen, an dem sich Unternehmen, Wohlfahrtsverbände und Behörden beteiligen.

Es geht darum, Menschen am Arbeitsplatz große soziale Sicherheit zu verschaffen, indem zum Beispiel für eine zeitlich passende Kinderbetreuung gesorgt wird, oder die Familie Hilfe und Unterstützung bekommt, wenn jemand in der Familie, zum Beispiel die alten Eltern, pflegbedürftig werden.

Es gibt ein vielfältiges Repertoire von Möglichkeiten, Arbeitnehmern auch in solchen und anderen Situationen unter die Arme zu greifen. Heimarbeitsplatz, Vertrauensarbeitszeit, Jobsharing sind da nur einige Stichworte, die bei der Podiumsdiskussion fielen.

Insgesamt soll das ganze Kreisgebiet, vielleicht die ganze Eifel profitieren. Dort soll ein imageprägendes Netz von arbeitnehmerfreundlichen Unternehmen entstehen, das in der Region langfristig Landflucht verhindert und Fachkräfte in der Eifel hält oder sogar neue anzieht, so Impulsreferent Bernd Altgen, der sich bereits bei der Eifelkonferenz 2011 in St. Vith engagiert für eine entsprechende Initiative in der Eifel ausgesprochen hatte. Altgen ist heute Mitarbeiter zum Thema auf NRW-Landesebene.

pp/Agentur ProfiPress