Bruskes Erinnerungen

Auch am Bleiberg in Mechernich und Kall bekannter Berufsschul-Religionslehrer und Naturfreund: Alfred Bruske (87) veröffentlicht im Eigenverlag seine beeindruckenden Lebenserinnerungen von Flucht und Vertreibung und der selbst mit zupackenden Findung einer neuen Heimat im Kreis Euskirchen in dritter Auflage

Kreis Euskirchen/Eifel – Eine russische Handgranate beendet das Leben der zwei jungen deutschen Soldaten, fast Kinder, die sich in einem Keller verkrochen hatten und sicher glaubten. „Nicht einmal der verlogene Spruch »Gefallen für Führer, Volk und Vaterland« in einer Zeitungsanzeige wird an sie erinnern“, resigniert Alfred Bruske auf der Flucht, nicht ahnend, dass er selbst, ebenfalls noch ein Kind, wenig später auch Unterschlupf in einem solchen Kellerloch finden wird.

Da pocht ihm das Herz bis zum Hals. Keiner wirft eine Handgranate nach ihm, aber im Dorf warten die neuen Herren mit Knüppeln an allen Straßenausgängen auf ihn, um ihn totzuschlagen. Im finstern Keller dämmert das Bewusstsein, dass er nie wieder in sein Heimatdörfchen zurückkann, dass „die Heimat unwiederbringlich verloren ist“.

Alfred Bruske hat sein Buch „Mein langer Weg – 1931 bis 2017, Lebenssituationen von Schlesien, Flucht über Vertreibung zur Heimatfindung“ (200 Seiten) jetzt im Eigenverlag in dritter verbesserter, mit einem neuen Vorwort und Grafik des Fluchtwegs versehener Auflage für 16 Euro herausgebracht (ISBN 978-3-00-060605-2). Es ist im örtlichen Buchhandel zu beziehen, wird aber auf Anforderung auch vom Autor selbst (auf Wunsch mit Signatur) versendet: Alfred Bruske, Alte Landstraße 95, 53881 Euskirchen, www.alfredbruske.de, Tel. (0 22 51) 776 18 91. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Das Thema Flucht ist definitiv nicht vorbei, und wahrscheinlich war es hochnötig, daran zu erinnern, dass es nichts mit Wohlstandsklauberei zu tun hat, wenn Menschen vor Krieg, Unterjochung und systematischer Vertreibung abhauen, wo sie waren, um an anderem Ort ein besseres Leben zu finden. So, wie es der Autor selbst und seine Familie nach Krieg und Vertreibung im Rheinland, er in Euskirchen, seine Schwestern in Köln und im Sauerland, gefunden haben.

Aus ihrer Heimat Vertriebene

Heimatvertriebene sind Flüchtlinge in den allermeisten Fällen, auch heute noch, wo die Problematik aktueller denn je ist. Deshalb sollte man die ewige Skepsis der Nachkriegsgeneration („Ist dieses Kapitel denn nie vorbei?“) angesichts von Alfred Bruskes Buch „Mein langer Weg – 1931 bis 2017, Lebenssituationen von Schlesien, Flucht über Vertreibung zur Heimatfindung“ nicht gelten lassen.

Jüngere, aber auch viele in die Jahre gekommene Leser haben bereits nach dem über 200seitigen Buch gegriffen, das der Euenheimer Schreinermeister, Berufsschullehrer, Waidmann, Lyriker, Natur- und Menschenfreund Alfred Bruske (87) geschrieben und jetzt im Eigenverlag in dritter verbesserter, mit einem neuen Vorwort und Grafik des Fluchtwegs versehener Auflage für 16 Euro herausgebracht hat (ISBN 978-3-00-060605-2).

Das Buch ist im örtlichen Buchhandel zu beziehen, wird aber auf Anforderung auch vom Autor selbst (auf Wunsch mit Signatur) versendet: Alfred Bruske, Alte Landstraße 95, 53881 Euskirchen, www.alfredbruske.de, Tel. (0 22 51) 776 18 91.

In dem Buch hat Bruske, der sich bislang schriftstellerisch als Jagdlyriker betätigte, anderthalb Jahre geschrieben. Der eigentliche Entstehungsprozess dauerte Jahrzehnte, den Inhalt diverser Notizen aus über 80 Jahren schrieb das Leben selbst, die Schwierigkeit bestand im Weglassen. Wie das Schreiben bei ihm, so habe die Lektüre bei seinen Lesern oft therapeutische Wirkung gezeigt, so Alfred Bruske.

Er bekam Dutzende Briefe und noch viel mehr Anrufe, zum Teil auch von Heimatvertriebenen und deren Nachkommen aus England und Kanada. Erst in den vergangenen Tagen habe er ein Exemplar dem Kölner Erzbischof Woelki zukommen lassen, dessen Familie ein ähnliches Schicksal erlitten habe.

pp/Agentur ProfiPress