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Aus Etatgründen verzichtet das Freilichtmuseum auf Monster-Christbaum

“Bei Ihnen steht ja wieder ein Weihnachtsbaum”, wurde der Kommerner Museumsleiter Dr. Dieter Pesch angesprochen. Doch diesmal muss der Museumschef die Leute enttäuschen: “Sie müssen näher kommen. Dann sehen Sie, dass wir nur das trigonometrische Signal geschmückt haben”, klärte er auf. Lediglich aus der Ferne wirkt der mit Glühbirnen geschmückte Messpunkt wie ein echter Weihnachtsbaum.
Die Leute haben sich an den zur Weihnachtszeit weithin leuchtenden Christbaum, den man von der Autobahn 1 und bis weit in die Zülpicher Börde hinein sehen konnte, gewöhnt. Drei Jahre hatten sich die Kommerner Museumsleute bemüht, jeweils den höchsten natürlich gewachsenen Weihnachtsbaum der Welt aufzustellen. “Davon haben wir in diesem Jahr Abstand genommen”, so Pesch.
Die Museumsleute hatten im Januar bereits drei stattliche Exemplare gefunden. Aber schon Mitte des Jahres war klar, dass man keinen Weihnachtsbaum aufstellen würde. “Wir arbeiten in diesem Jahr nach dem Haushaltssicherungskonzept und können daher keine Leute abstellen”, erläutert Pesch. Da die Museumsmannschaft nicht auf einen Weihnachtsbaum verzichten wollte, wurde ersatzweise das trigonometrische Signal mit Glühbirnen geschmückt.
2600 Äpfel angeschraubt
Aus der Ferne ist kaum ein Unterschied zu erkennen. Dieser unechte “Baum” leuchtet sogar noch weiter ins Land hinein, weil das Signal höher steht. Der trigonometrische Punkt stammt vom Lammersberg in der Nähe von Bad Münstereifel und diente 1939/ 40 als Vermessungspunkt. Die Holzgestelle werden normalerweise nach getaner Arbeit abgerissen, was aber offenbar in Bad Münstereifel vergessen wurde. Das Bockgerüst mit Beobachtungspunkt ist aber nur 24,45 Meter hoch und somit deutlich kleiner als die Mammutweihnachtsbäume der letzten Jahre. Auf Anregung des 1. Landesrates, Harry Vogtsberger, gestaltet das Museum in diesem Jahr das schönste Weihnachtshaus des Rheinlandes. Dafür wählte man das Mannesmannhaus aus Remscheid aus. Es handelt sich um ein bürgerliches Wohnhaus, wie es sich in den niederbergischen Städten Wuppertal, Remscheid und Solingen entwickelte. Das Haus wurde von der Familie Mannesmann bewohnt, die Anteil an der beginnenden Industrialisierung hatte. Auf Glühbirnen wurde bei der weihnachtlichen Gestaltung des Hauses verzichtet.
Ungewöhnlich ist das Bild mit den gelben und grünen Äpfeln, die zur Gartenseite am Haus angebracht wurden. Insgesamt wurden 2600 Äpfel der Sorte Boskop und Jona Gold angeschraubt. Die Vögel haben die Äpfel wohl noch nicht entdeckt, sonst wären sie schon darüber hergefallen. Am Wochenende wird der Förderverein die Gäste am Mannesmannhaus beköstigen, dazu gibt es ein Chorkonzert mit Weihnachtsliedern.
Laternen weisen wie in früherer Zeit den Weg zum Mannesmannhaus, das in allen Räumen zum Weihnachtshaus umgestaltet wurde – sogar mit kleiner Küchenbäckerei.
Aus der Ferne wirkt das trigonometrische Signal in Kommern wie ein Weihnachtsbaum.

Manfred Lang

06.12.2006