Aus der Eifel in die ganze Welt

Pumpenbauer aus Mürlenbach (Vulkaneifelkreis) liefert nach Mexiko und China – Feluwa GmbH wurde mehrfach mit dem ‚Großen Preis des Mittelstands‘ ausgezeichnet – Firma hält zahlreiche Patente und bietet maßgeschneiderte Lösungen

Heinz Nägel ist nicht nur Geschäftsführer der Feluwa GmbH, sondern auch Konstrukteur und Entwickler: Der 67-Jährige hält fast 30 Patente im Bereich Pumpentechnik. Foto: Helmut Gassen/Trierischer Volksfreund/pp/Agentur ProfiPress

Landkreis Vulkaneifel/Mürlenbach – Aus der Eifel in die Welt: Das kleine 600 Seelen-Dorf Mürlenbach im Landkreis Vulkaneifel beherbergt einen echten Gobal Player. Die Firma Feluwa – der Firmenname entstand aus den ersten beiden Anfangsbuchstaben der Bezeichnung ‚Feuerungs-, luft- und wassertechnische Anlagen‘ – stellt Spezialpumpen her, die weltweit in Gold- und Kupferminen, in Bergwerken, in Aluminium- und Kraftwerken eingesetzt werden. Der neueste Clou des Unternehmens, das 1901 gegründet wurde und 1961 aus Platzgründen seinen Stammsitz von Köln aus nach Mürlenbach verlegte, ist die größte Schlauchmembran-Kolbenpumpe der Welt. Sie kommt in einer Kupfermine in Mexiko zum Einsatz.

Eine Pumpe hat ein Gewicht von sage und schreibe 150 Tonnen und eine Förderleistung von 750 Kubikmeter pro Stunde. Der Auftrag eines US-Unternehmers, der im mexikanischen Baja California an der Pazifikküste eine Kupfermine betreibt, beinhaltet insgesamt drei Pumpen. Der Auftragswert liegt bei sieben Millionen Euro. Über eine Pipeline von sechs Kilometer Länge werden durch das Pumpensystem Minenabraum und Chemikalien entsorgt. „Diese Pumpe ist eine einzigartige Konstruktion, so etwas hat es noch nicht gegeben. Wir sind stolz, dass wir diese Pumpe entwickelt und den Auftrag für die Minenentwässerung in Mexiko erhalten haben“, sagt Feluwa-Geschäftsführer Heinz Nägel (67) dem „Trierischen Volksfreund“.

Den bisher größten Auftrag der Firmengeschichte zog das Unternehmen im Reich der Mitte an Land: Für 18,2 Millionen Euro lieferte die Feluwa GmbH kürzlich mehrere Pumpen nach China. „China ist für uns ein sehr wichtiger Markt, wir sind dort sehr gut etabliert“, stellt Heinz Nägel fest. Bereits seit 32 Jahren pflegt Nägel, der im von Mürlenbach nur zehn Kilometer entfernten Eifeldorf Meisburg geboren wurde, Kontakte mit Auftraggebern aus dem heutigen Wirtschaftsriesen.

Seit über 100 Jahren hat sich die Feluwa GmbH auf Pumpen für die Industrie spezialisiert. Feluwa-Pumpen, die unter anderem auch in der Umwelttechnik der US-Air Base in Spangdahlem zum Einsatz kommen, arbeiten in einem geschlossenen System. Das Herzstück der Pumpen sind besonders angeordnete Schlauchmembranen, die Flüssigkeit transportieren, ohne dass Umwelt und Personal damit in Berührung kommen. Damit können beispielsweise giftige Schlämme in Aluminiumfabriken entsorgt werden – ungefährlich für Mensch und Umwelt. Die Erfolgsformel der Firma, die bereits viermal in der Kategorie ‚Innovation und Technologie‘ mit dem Großen Preis des Mittelstands ausgezeichnet wurde, bringt Heinz Nägel auf den Punkt: „Im Prinzip sind wir kein reiner Fertigungsbetrieb. Ich betrachte uns mehr als eine Art Manufaktur, denn wir bauen maßgeschneiderte Sonderwünsche für die Kunden.“ Kein Wunder, dass Nägel selbst Konstrukteur und Entwickler ist, der nahezu 30 Patente hält.

Doch ein Fakt trübt das ansonsten lupenreine Bild: Der Fachkräftemangel macht sich auch bei einer Firma wie Feluwa bemerkbar. „Wir suchen händeringend Ingenieure für die Bereiche Betrieb, Arbeitsvorbereitung, Fertigung und Zerspannungsmechanik“, sagt Heinz Nägel. „Wenn wir die nicht finden, können wir in Mürlenbach nicht weiter wachsen.“

pp/Agentur ProfiPress