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Aktive Senioren gesucht

Aktive Senioren gesucht
Die Neujahrsrede von Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick gab den Impuls: “Senioren-Mentoring” künftig auch in Mechernich – Ältere Menschen unterstützen Schüler und beide profitieren – Hauptschulleiter Heinz Wolfgarten: “Alt und Jung gehören zusammen”
Mechernich – Die städtische Hauptschule Mechernich sucht ältere Menschen, die Lust haben, Schüler auf der Basis ihrer eigenen Fähigkeiten und Erfahrungen zu unterstützen. Je nach Einzelfall sind etwa Nachhilfe, Sprachtraining für Schüler mit Migrationshintergrund, die Hilfe bei Ämtergängen oder in Bewerbungssituationen Aufgaben, mit denen die Senioren jungen Menschen den Start ins Berufsleben erleichtern können.
Das Projekt “Senioren-Mentoring für den Berufseinstieg” (PIDES) der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Kreis Euskirchen führt seit 2003 Senioren und Schüler zusammen. Die aktiven Ruheständler betreuen dabei Jugendliche, die schulische Schwierigkeiten oder Probleme bei der Suche nach Praktikums- und Ausbildungsplätzen haben. Oft handelt es sich dabei um junge Menschen, die es aufgrund ihrer Fähigkeiten, ihrer Biographie oder etwa von Sprachproblemen schwerer haben, als andere.
Den Impuls dazu, das Projekt nun auch in Mechernich zu starten, gab die Neujahrsansprache von Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick.
In seiner Ansprache nämlich war Schick unter anderem auf die Herausforderungen des demografischen Wandels und der damit einhergehenden wachsenden Zahl älterer Menschen im Stadtgebiet eingegangen. Es gelte nun, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern sich den Herausforderungen zu stellen, betonte Schick.
Gleichzeitig, so der Bürgermeister, gehe es auch darum, bei abnehmenden Schülerzahlen alternative Bildungsangebote zu schaffen: “Lassen Sie es uns gemeinsam angehen, denen, die nach uns die Bürgerschaft dieser Stadt Mechernich ausmachen werden, vernünftige Rahmenbedingungen zu erhalten und zu schaffen.” Schick lieferte in seiner Rede auch Lösungsansätze: Die Lehrerkollegien, betonte er, würden beispielsweise gut beraten sein, “sich der Hilfe von Ruheständlern zu bedienen, die jahrzehntelange Berufserfahrung besitzen – und gerne ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit künftigen Berufseinsteigern teilen”.
Genau dieser Satz veranlasste den Mechernicher Hans-Jürgen Stürzenberger, kurz darauf bei Dr. Hans-Peter Schick vorzusprechen. Der 64-Jährige nämlich engagiert sich seit fünf Jahren ehrenamtlich bei PIDES. Stürzenberger schlug dem Bürgermeister vor, das Projekt auch an der städtischen Hauptschule Mechernich ins Leben zu rufen. Schick war spontan begeistert von der Idee und griff sie auf.
Stürzenberger, der derzeit drei Jugendliche am Kaller Berufskolleg betreut, berichtet von seinen Erfahrungen: “Es geht vor allem auch darum, dass die jungen Menschen einen Ansprechpartner haben, der Zeit für sie hat und sie motiviert.”
Dabei, so der Mechernicher, könne jeder Senior seine ganz individuellen Kenntnisse und Erfahrungen einbringen. Der frühere Siemens-Techniker Stürzenberger bietet Hausaufgabenbetreuung an und gibt Nachhilfe in Mathematik. “Andere unterstützen die Schüler etwa mit Bewerbungstraining, bei der Prüfungsvorbereitung oder der Jobsuche. Bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist oft Sprachtraining vonnöten.” Für ihn, so Stürzenberger, sei es schön, “gebraucht” zu werden und die Schüler wüssten die Unterstützung zu schätzen.
Ebenso auch Heinz Wolfgarten, Leiter der städtischen Hauptschule Mechernich: “Ich begrüße das Projekt sehr und hoffe, dass künftig ältere Mechernicher ihre speziellen Qualifikationen an unserer Schule einbringen können.” Zudem, so Wolfgarten, gehe es auch um die Gemeinschaft: “Alt und Jung gehören zusammen.”
Das Projekt, berichtet Ute Bauer-Peil vom AWO-Regionalverband, habe für seine innovative Arbeit bereits Preise gewonnen. Unter anderem, gerade weil nicht nur die Schüler, sondern auch die Senioren profitierten: “Durch den Kontakt mit den jungen Menschen, durch kleine und große Erfolgserlebnisse, durch Weiterbildungsangebote und die Zusammenarbeit mit hauptamtlichen Kräften, die auf Wertschätzung basiert und auf gleicher Augenhöhe stattfindet.”
Den Senioren, die selbst entscheiden können, wie oft sie eingesetzt werden möchten, werden Treffen zum Austausch und zur Qualifizierung geboten. Unkosten, etwa aufgrund der Anfahrt, können erstattet werden. Bei der ehrenamtlichen Arbeit besteht Versicherungsschutz.
Ältere Menschen, die mithelfen wollen, Jugendlichen Chancen zu eröffnen, können sich bei der Projektleiterin Ute Bauer-Peil unter Telefon 0 24 45/85 05 30 oder per Email an
u.bauer-peil@awo-bm-eu.de
melden.
pp/Agentur ProfiPress

Manfred Lang

12.05.2011