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„Wegweiser für die ganze Kirche“

Gründungsdenktag der Communio in Christo in Holzheim mit Bischof Salutaris Libena, 24 Geistlichen aus aller Welt und 300 Gläubigen – Dominikaner-Schwester Dr. Katharina Deifel ordnete in einem Impulsreferat zum Zweiten Vatikanischen Konzil die Communio in Christo als Exempel für die Kirche als Leib Christi ein – „So wie sich in Christus Gottes Liebeverleiblichte, so sollte sie sich in jedem Getauften weiter verleiblichen“

Hauptzelebrant des Pontifikalamtes in Holzheim war der der Communio freundschaftlich verbundene Salutaris Libena, Bischof der Diözese Ifakara in Tansania (Mitte). Ihm zur Seite standen Generalsuperior Haus und der indische Priester Jaison Thazhathil, der von seinem Bischof Moran Mor Baselios Kardinal Cleemis für fünf Jahre zur Communio nach Mechernich delegiert war, und jetzt vom Bleiberg aus ein Promotionsstudium in St. Augustin in Angriff genommen hat. Foto: Peter Hoffmann/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich – 22 Priester aus aller Welt, ein Bischof, zwei Diakone, sechs Ministranten, die Mitglieder zweier Chöre aus Rheinbach und Düsseldorf sowie viele Gläubige feierten am Samstag mit der Communio in Christo in der Pfarrkirche St. Lambertus in Mechernich-Holzheim die 28. Wiederkehr ihres Gründungstages am 8. Dezember 1984.

„Wie waren wir vor 28 Jahren alle betroffen, als Mutter Marie Therese vor ihrer Gründung durch eine Eingebung des Geistes ihrem Orden den Namen Communio in Christo gegeben und dadurch dessen Schicksal untrennbar mit diesem Konzil verbunden hat“, sagte Pfarrer Karl-Heinz Haus, der Generalsuperior der Communio in Christo, in seiner liturgischen Einführung.

„Tatsächlich hat dieser Name, Communio in Christo, unser Leben grundlegend verändert“, fuhr Haus fort: „Er hat uns herausgerissen aus aller Vereinzelung und Trennung. Er hat uns festgelegt auf ein neues Miteinander- und Füreinander-einstehen von Priestern, Ordensleuten und Laien und unter der Führung des Heiligen Geistes, hineingestellt in den Dienst dieses einmaligen Konzils.“

Hauptzelebrant des Pontifikalamtes in Holzheim war der der Communio freundschaftlich verbundene Salutaris Libena, Bischof der Diözese Ifakara in Tansania. Ihm zur Seite standen Generalsuperior Haus und der indische Priester Jaison Thazhathil, der von seinem Bischof Moran Mor Baselios Kardinal Cleemis für fünf Jahre zur Communio nach Mechernich delegiert war, und jetzt vom Bleiberg aus ein Promotionsstudium in St. Augustin in Angriff genommen hat.

Unter den Gottesdienstbesuchern befanden sich diesmal auffallend viele Ordensschwestern, vermutlich wegen des Impulsreferates zum Zweiten Vatikanischen Konzil, zu dem die Communio in Christo die österreichische Dominikanerin Dr. Katharina Deifel eingeladen hatte. Unter den Mitfeiernden wurden auch Abordnungen der Kommunen Mechernich, Blankenheim und aus dem polnischen Skarszewy ausgemacht, allen voran die Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick und Dariusz Skalski.

Bischof Salutaris widmete seine Predigt dem von Papst Benedikt XVI. ausgerufenen Jahr des Glaubens sowie der Neuevangelisierung, für die in Rom ein eigener Päpstlicher Rat gebildet wurde, mit dem und dessen Leiter Erzbischof Rino Fisichella auch die Communio in Christo zusammenarbeitet. Fisichella hatte seinerseits eine Grußbotschaft zum Gedenktag geschickt, die Pater Rudolf Ammann verlas.

Bischof Salutaris erinnerte an den Aussendungsbefehl Jesu: „Die Jünger gingen, und das Christentum breitete sich über die ganze Welt aus. Das Evangelium wird immer noch verkündet, bis zum heutigen Tag, aber die Menschen scheinen es nicht zu verstehen oder sie lehnen es insgesamt ab. Gott scheint weit entfernt von ihnen zu sein. Viele Menschen bevorzugen die Welt vor dem Himmel. Was hat sich verändert, was haben wir falsch gemacht?“

Zu denen, die sich aufgemacht hätten, die Frohe Botschaft auf neue und heute mehr denn je überzeugende Weise zu verkünden, zählt der Afrikaner die Mechernicher Communio-Gründerin Mutter Marie Therese. Bischof Salutaris: „Sie erfuhr die Liebe Gottes und setzte sie um in die Tat, weil sie daran glaubte, dass diese Liebe bezeugt werden muss.“

Mutter Marie Therese habe die Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils in sich aufgenommen und habe sie umgesetzt, realisiert in ihrer Liebe zu Gott und zum Nächsten. Salutaris Libena: „Sie zeigt diese Liebe zu Gott durch die Liebe zu den Kranken und anderen an den Rand gedrängten Menschen. Sie drängt uns alle, die Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils zu befolgen, die einfach die Lehre über Gott ist.“ 

Der Prediger erklärte der Festtagsgemeinde, dass Neuevangelisierung nur dann gelingen werde, wenn sie überzeugend kommuniziert werde. Am überzeugendsten aber sei die Kommunikation durch die praktische Tat der Nächstenliebe.

Die Fürbitten beteten Schwester Florence aus Uganda auf Englisch, Schwester Atukuzwe aus Tansania in Kisuaheli, Janina Mironczuk auf Polnisch, Daniel Abina Bekono aus Kamerun auf Französisch, Schwester Linet auf Malayalam und Schwester Lidwina auf Deutsch. Dazu gehörte auch eine Novene des verstorbenen Communio-Spirituals Pfarrer Hermann Walch für die volle kirchliche Anerkennung der Mechernicher Ordensgründung. 

Musikalisch wurde die Heilige Messe vom Chor Cantiamo von der St.-Martins-Kirche Rheinbach hervorragend unterstützt. Zwischen der Messe und einem Impulsreferat der österreichischen Dominikanerin Schwester Dr. Katharina Deifel zum Zweiten Vatikanischen Konzil sang der Düsseldorfer Chor „Makwaya“, in dem sich ambitionierte europäische Sänger mit einem besonderen Faible für afrikanische Musik zusammengeschlossen haben. 

So würdig, ernst und versammelt es bis dahin auch in der Holzheimer Lambertuskirche zugegangenen sein mag, mit den folkloristischen Klängen vom schwarzen Kontinent, wurde das Eis der Zurückhaltung gebrochen. Einige der Schwestern und Priester aus Afrika, die zum Ordensgedenktag nach Mechernich gekommen waren, mischten sich unter die Sängerinnen und Sänger von „Makwaya“, sangen, tanzten und trommelten mit. Auch Bischof Salutaris Libena strahlte und schwang die Arme im Rhythmus der Musik. 

Der Filmemacher Bert Herfen zeigte einen neuen eindrucksvollen Dokumentarfilm über die Communio in Christo und ihre Gründerin Mutter Marie Therese. Schwester Katharina sagte in ihrem Referat, die Frage von Bischof Salutaris aufgreifend, was die Kirche heute wohl falsch macht: „Nicht das Konzil ist an der Kirchenkrise Schuld, sondern die gesellschaftlichen Veränderungen und, dass wir Kirche nicht  konsequent genug leben: Jedes Glied der Kirche müsste nach dem Vorbild Jesu etwas von der Liebe Gottes realisieren.“

Die Communio in Christo sei insofern ein Wegweiser für die Kirche als Gemeinschaft, so die Referentin: „Es ist daher unverzichtbar, dass Menschen sich in den Dienst der Realisierung des Zweiten Vatikanischen Konzils stellen. Diesen Auftrag hörte Mutter Marie Therese als »ihre« besondere Berufung und gründete die Communio in Christo.“

So wichtig die vielen Aufbrüche in Liturgie, Bibelinterpretation, Kirchen-verständnis, im Verhältnis zu anderen Weltanschauungen  auch sein mögen, so Schwester Katharina, noch wichtiger sei der gemeinsame Nenner all dieser Aufbrüche: „Nämlich, dass das Konzil wieder bewusst machte, dass Kirche Leib Christi ist – wie sich in Christus die Liebe Gottes verleiblichte, so sollte sie sich in jedem Getauften weiterhin verleiblichen. Gottes- und Nächstenliebe ist also der gemeinsame Nenner des Konzils.“ 

Es sei daher konsequent, dass Mutter Marie Therese Liebe gleichsam zum Roten Faden ihrer Gründung machte. „Daher hat die Communio neben den drei üblichen Gelübden ein viertes: das der gelebten Nächstenliebe“, so Schwester Katrharina. „Wir haben alle eine Aufgabe bekommen: das ganze Volk in Communio in Christo, in die von Christus gegründete Kirche hineinzuführen“, zitierte sie Mutter Marie Therese: „Sie gab ihrem am 8. Dezember 1984 gegründeten Orden den Namen »Communio in Christo« und das Leitwort »Ich erstrebe die Einheit in der Kirche durch die Verwirklichung der Konzilsbeschlüsse«.

pp/Agentur ProfiPress