Aktuelles

„SSC Firmenich, wie lieb ich dich . . .“

Mechernicher Traditionsclub zelebrierte sein 100jähriges Bestehen mit einem sagenhaft gutgelaunten Festkommers – Schirmherr Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick erklärt Entwässerungs-Dilemma auf dem Sportplatz zur „Chefsache“ – Viel Lob für junges Vorstandsteam um Tobias Heidemann

Die 1.-Kreisklasse-Kicker von 1968 sangen, unterstützt von Cheerleadern, "SSC, wie lieb ich dich . . ." Foto: Claudia Steiner/SSC/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich-Firmenich – Mit einem tollen Festkommers, Disco, Sidewalk-Konzert und anderen Veranstaltungen beging der Spiel- und Sportclub Firmenich (SSC) am Wochenende sein 100jähriges Bestehen. Vereinschef Tobias Heidemann und seiner jungen Vorstandsmannschaft wurde hervorragendes Organisationstalent bescheinigt. Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick war Schirmherr des Jahrhundert-Jubiläums und schlichtweg begeistert.

In vier Talkrunden stellten die Damen-Handballmannschaft von 1948, die 1.-Kreisklassen-Kicker von 1968, ehemalige und aktuelle Vereinsfunktionäre „ihren“ SSC lebendig und begeisternd vor. Werner Böling, selbst ein Stück Vereinsgeschichte, präsentierte die Honoratioren in launigen Talkrunden. Und zwar zusammen mit dem Mechernicher Redakteur Manfred Lang im Festzelt am Sportplatz.

Dort ergriff nicht nur Bürgermeister und Schirmherr Dr. Hans-Peter Schick das Wort, auch Landrat Günter Rosenke und Fußballverbandsfunktionär Heinz van Wersch gaben dem SSC Firmenich die Ehre. Ebenso die Ortsvorsteher Johannes Weisheit und Toni Schröder sowie die Vereinskartells-Vorsitzende Helga Reinartz.

Hubert Klinkhammer wurde für 67 Jahre Clubzugehörigkeit ausgezeichnet. Hubert Schmidt und Rainer Küpper hatten mit ihren Erstklasse-Spielern von 1968 den alten Kampfsong „Schwarz und Gelb, wie lieb ich Dich“ einstudiert – und obendrein noch eine Crew Cheerleader bestellt, die die Sänger unterstützte.

Ex-Vorsitzender Reinhold Ewald (1987-2005), der „Häuptling“ genannte Chef der Schwarz-Gelben Indianer, berichtete im Talk mit Manni Lang vom 75-jährigen Jubiläums des SSC und Zerstörungen an der Sportanlage während seiner Amtszeit. Werner Böling, der die Mitgliederzahl von 180 auf 360 verdoppelte, gab Anekdoten zur Rivalität zwischen Firmenich und Obergartzem zum Besten, die in der Nichtteilnahme an der Siegerehrung nach einem Fußballmatch zur Kirmes gipfelte.

Hermann Lückehe, Vorsitzender 1964-1969, davor seit 1956 Schriftführer, verhinderte einmal als Zuschauer im Spiel gegen Stotzheim ein Tor, in dem er auf den Platz lief und das Leder ins Aus schoss.

Bezirksliga spielte die Damenhandball-Mannschaft von 1948. Aus diesem legendären Dreamteam von 24 Spielerinnen leben heute noch zehn – die meisten kamen zum Talk beim 100jährigen, auch im Rollstuhl und trotz gesundheitlicher Beeinträchtigungen: Kathi Tuppi geb. Röttgen, Adelheid Metz geb. Lessenich, Marianne Schomer geb. Schmitz, Betty Schumacher, geb. Schumacher, Sybille Menzel geb. Weber und Eveline Breuer, geb. Rechenberg erzählten der Festversammlung haarsträubende, aber auch wunderschöne Geschichten aus einer Zeit, als noch mit Pferdefuhrwerk oder Lkw mit Holzvergaser zu Auswärtsspielen gefahren wurde.

Dem sportlichen Erfolg tat das keinen Abbruch. Die SSC-Damenmannschaft wurde nach acht Siegen in zehn Spielen und einem  Torverhältnis von 58:14 am 29. Februar 1948 Euskirchener Kreismeister im Feldhandball und stieg in die Bezirksliga auf.

In weiteren Talkrunden standen der aktuelle Vorstand (Andreas Klaeser, Daniel Könen, Nicole Wagner, Matthias Zeidler, Sascha Wagner und Vorsitzender Tobias Heidemann) Rede und Antwort. Dann gab es wieder Anekdoten und alte „Heldensagen“ von den früheren Kreisliga-A-Kickern Albert Böling, Hans-Josef Bouss, Richard Joisten, Rainer Küpper, Josef Ley, Andreas Röttgen, Hubert Schmidt und Karl-Heinz Weimbs.

Bis heute hat sich der SSC mit seinen mittlerweile rund 400 Mitgliedern zu einem der größten Vereine im Mechernicher Stadtgebiet entwickelt. „Rund 30 befreundete Vereine, dazu viele Freunde und Verwandte, sind zum Jubiläum gekommen“, berichtete Tobias Heidemann: „Mit einer solchen Unterstützung hatten wir nicht gerechnet. Der Platz in unserem Festzelt war zeitweise sehr eng bemessen.“

Auch die schlechte Entwässerungssituation des örtlichen Fußballplatzes wurde während des Jubiläums einer Lösung zugeführt. Schirmherr Dr. Hans-Peter Schick erklärte das anhaltende Dilemma um die Drainierung der Firmenicher SSC-Arena kurzerhand zur „Chefsache“ des Bürgermeisters und versprach Abhilfe mit städtischer Unterstützung.

pp/Agentur ProfiPress