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„Ohne Bibel in die Insolvenz“

Evangelische Kirchengemeinde: Ex-Sparkassendirektor Hans Bösch und Pfarrer Edgar Hoffmann im Dialog über die Bibel und ihre Auslegung

Ex-Kreissparkassendirektor Hans Bösch (vorne) sparte nicht mit deutlichen Worten bei seinem Vortrag. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Euskirchen – „Ohne Bibel wird Ostern zum Osterhasenfest, die Entfernung vom christlichen Glauben schadet der Gesellschaft, schadet auch der Politik, mit dem Bekenntnis zum Christentum wird zunehmend auch werteorientiertes Handeln über Bord geworfen“: Ex-Kreissparkassendirektor Hans Bösch sparte nicht mit deutlichen Worten, als er am Mittwochabend im Evangelischen Gemeindesaal gemeinsam mit Pfarrer Edgar Hoffmann über den Wert der Bibel heute sprach.

Wobei die Rollenverteilung – Bösch, der Laie, Hoffmann der Exeget – ausdrücklich gewollt und vereinbart worden war. Bösch erwies sich dabei auch als ein Glaubensexperte, als Gläubiger mit reichhaltiger Lebens- und Glaubenserfahrung, der sich viele Gedanken und auch viele Sorgen um die Menschen und die Gesellschaft von heute macht.

Hans Bösch ist davon überzeugt, dass die Heilige Schrift auch den Menschen heute wie der gesamten Gesellschaft Halt und Orientierung geben könnte. Er verstehe die Bibel als das Wort Gottes, das Gott individuell   an jeden Menschen persönlich richtet. „Holen Sie die Bibel aus dem Regal, und lesen Sie, was Gott Ihnen zu sagen hat“, appellierte der frühere Sparkassen-Vorstandsvorsitzende. An die Evangelische Gemeinde von Euskirchen richtete Hans Bösch die Bitte, länger laufende Bibelkurse anzubieten, damit sich die Christen wieder mehr religiöses Wissen aneignen können.

 Während der Referent im Beisein der Pfarrer Edgar Hoffmann und Frank Thönes aus seinem Glaubensleben heraus eine eher wertekonservative und fundamentale Bibelauslegung befürwortete, brach Edgar Hoffmann als geistlicher Co-Referent eine Lanze für exegetische Auslegungsvielfalt. Gerade sehr unterschiedliche und zum Teil auch widersprüchliche Aussagen in der Schrift ermunterten und ermutigten die Menschen zum Dialog über Gott und mit Gott. Die Bibel fördere die Sprachfähigkeit der Menschen über Gott.

Hans Bösch plädierte für ein „Entscheidungs-Christentum“ und beklagte die zunehmende Christenverfolgung in islamisch dominierten Staaten, aber auch in Europa. „Ich darf mir Gott nicht passend machen“, plädierte Bösch für eine exegetische Linie, die sich an Jesus Christus orientiert und das Heil der Menschen im Fokus hat, und gegen die „streitende Auslegungs-Theologie“, wie er das nannte.

Ralf Sawatzki, der die Veranstaltung für den Männerkreis und den Frauenkreis der Evangelischen Kirchengemeinde moderierte, bedankte sich für das „Geschenk beider Vorträge“ und Positionen, und ermutigte auch die über 50 Zuhörer, in ihrem Alltagsleben Bibel zu lesen, Bibel für sich auszulegen und Bibelinhalte zu verkündigen. Ralf Sawatzki: „Ohne Bibelauslegung und Verkündigung gehen wir in die Insolvenz!“

pp/Agentur ProfiPress