„Baum des Jahres“ gepflanzt

Mechernicher Turmhof-Gymnasiasten pflanzten im Jubiläumsjahr der Schule 50 Traubeneichen – Revierförster Heinz Benden half bei der Pflanzaktion, die Idee hatte Lehrer Molderings bei der Gartenarbeit

Revierförster Benden machte es vor, denn die Pflanze muss so tief in die Erde, dass die Feinwurzeln am Ende nicht oben herausschauen dürfen. Foto: Claudia Hoffmann/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich-Antweiler – Die beiden kleinen Reisigbündel, die  Revierförster Heinz  Benden aus dem Kofferraum seines Wagens holte, entpuppten sich bei näherem Hinsehen als zusammengeschnürte Baumsetzlinge. Und mit ein wenig Glück werden sich an den 50 jungen Traubeneichen, die die 17 Schüler der Klasse 8 b des städtischen Gymnasiums  Am Turmhof Mechernich in die Erde brachten, noch ihre Nachfahren der 30. Generation erfreuen können. Denn die Eiche kann über 1000 Jahre alt werden.

Die kleinen Setzlinge der Traubeneiche erreichen später eine Wuchshöhe von 25 bis 40 Metern. Foto: Claudia Hoffmann/pp/Agentur ProfiPress

Von jeher gilt der mystische Baum als Symbol für Kraft und Dauerhaftigkeit. Die Idee zur Schüler-Pflanzaktion war Klassenlehrer Frank Molderings bei der Gartenarbeit gekommen. Seine Schule feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. „Warum zu diesem Anlass nicht die gleiche Zahl Bäume pflanzen?“, hatte er sich überlegt. Gesagt, getan. Umgehend hatte er Kontakt mit dem zuständigen Regionalforstamt Wald und Holz NRW aufgenommen, und schnell war in der Nähe von Antweiler ein 1000 Quadratmeter großes Flurstück gefunden, das der Aufforstung bedurfte. Denn die zahlreichen abgestorbenen Fichtenstämme am Boden zeugten von der Zerstörung durch den Borkenkäferfraß.

Auch die Mädels machten sich mit Feuereifer ans Werk. Foto: Claudia Hoffmann/pp/Agentur ProfiPress

Mit Schaufeln und Spaten bewaffnet, lauschten die 17 Schüler den spannenden Ausführungen von Förster Benden. In hiesigen Gefilden stehe die Fichte auch ohne den Käferbefall „mit dem Rücken an der Wand“, erklärte der Experte, denn sie leide hier unter ständigem Wassermangel. Durch die Klimaverschiebung werde der Wasserstress noch weiter zunehmen, und die Fichte sei damit alles andere als eine zukunftsträchtige Baumart. „Doch welches wäre der Baum mit der größten Verbreitung, würde man die Natur sich selbst überlassen?“ Die Buche, lernten die Schüler. Allerdings liefere die Eiche das deutlich wertvollere Holz, erläuterte Benden. Die Traubeneiche, Baum des Jahres 2014, habe sich nicht nur im Wald, sondern auch in Parkanlagen oder auch als idealer Straßen- und Stadtbaum bewährt. Da sie kürzere Trockenzeiten ohne Schaden übersteht und überdies tolerant gegen Immissionen ist, wird sie im Zeitalter des Klimawandels auch als „Baum der Zukunft“ angesehen.  Auch die Bedeutung der Früchte für die Schweinemast hat dafür gesorgt, dass sie in früheren Jahren vom Menschen gefördert wurde. Alte Eichenwälder spielen für viele Tier- und Pilzarten eine wichtige Rolle.

Stolz betrachtete „Direx“ Josef van de Gey den Einsatz seiner Eleven. Foto: Claudia Hoffmann/pp/Agentur ProfiPress

Dann ging es für die Schüler an die Arbeit. Damit die Setzlinge in einer schnurgeraden Reihe stehen, wurden mit Feuereifer Pfähle in die Erde gesetzt und Pflanzlöcher vorbereitet, denn die Pflanze muss so tief in die Erde, dass „die Feinwurzeln nicht oben rausschauen dürfen“, erklärte Benden. Dem Wachstum der sommergrünen Bäume im Mechernicher Forst, die Wuchshöhen von 25 bis 40 Metern und Stammdurchmesser bis zu zwei Meter erreichen, dürfte nun nichts im Wege stehen. Die Traubeneiche blüht von April bis Mai. Die Eicheln reifen von September bis Oktober. Sie sitzen gehäuft – daher der Name Traubeneiche. Am Ende waren dann nicht nur die Gymnasiasten, Förster Benden und Lehrer Molderings, sondern auch „Direx“ Josef van de Gey stolz auf das vollbrachte Werk seiner Eleven.

pp/Agentur ProfiPress